Regionalklassen ändern Versicherungsbeiträge 

Mal günstiger, mal teurer: So viel kostet Autofahren 2018 in der Region

Autofahrer werden nächstes Jahr in Nordhessen und Südniedersachsen teilweise mehr zur Kasse gebeten. Die Regionalklassen steigen teilweise, sinken in einigen Landkreisen aber auch. 

In Kassel beispielsweise geht es von bisher zehn auf Klasse elf von insgesamt zwölf Regionalklassen. Das kann bei einem 100-Prozent-Versicherungsbetrag einen Kleinwagen jährlich etwa 50 Euro teurer machen, ein größeres Fahrzeug kann auch etwa 100 Euro mehr im Jahr kosten.

Übersicht: Versicherungsklassen in der Region

Landkreis

Haftpflicht

Teilkasko

Vollkasko

Stadt Kassel

11 (+1)

3 (-1)

4

Kreis Kassel

2

Waldeck - Frankenberg

Hersfeld - Rotenburg

Schwalm-Eder

2

6

3

Werra-Meißner

Northeim

Stadt Göttingen

2 (-1)

Kreis Göttingen

5 (+1)

2

Grundsätzlich gilt: Je höher die Klasse, desto höher die Kosten in der jeweiligen Klasse. Legende: Zahl (ggf. Veränderung + oder -). Quelle: GDV. 

 

Andernorts in Nordhessen und Südniedersachsen bleiben die Klassen jedoch unverändert - oder gehen sogar in den Keller. Ausnahme ist Göttingen, wo es bei der Teilkasko nach oben geht. 

Die Regionalklassen werden für alle 413 deutschen Zulassungsbezirke einmal im Jahr vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft festgelegt und spiegeln die Schadensbilanz der Regionen wider. Dazu wird ausgewertet, wo Autofahrer viele und teure Schäden verursachen und wo es nur selten kracht. Entscheidend ist dabei freilich nicht, wo ein Unfall passiert oder ein anderer Kasko-Schaden entstanden ist. Sondern in welchem der Zulassungsbezirk der Fahrzeughalter seinen Wohnsitz hat.

Autounfall: Unschön, keine Frage. Und je mehr Unfälle es in einem Kreis gibt und je teurer sie sind, desto höher ist am Ende des Jahres die jeweilige Regionalklasse. Die wiederum ist dann eine wichtige Basis für die Kosten einer Autoversicherung. 

So sparen Sie bei der Autoversicherung

Auch wenn jeder Autofahrer an den Regionalklassen seines Wohnorts nichts ändern kann: Dennoch gibt es Möglichkeiten, im nächsten Jahr Geld zu sparen bei der Autoversicherung. Wir beantworten wichtige Fragen und Antworten. 

Kann ich jetzt schon genau erfahren, wieviel Geld meine Kfz-Haftpflichtversicherung nächstes Jahr kostet?

Dazu ist es noch zu früh. In den Versicherungsunternehmen wird noch gerechnet. Makler und Fachleute erwarten die aktuellen Preise im Oktober. Und im November verschicken die Versicherungen dann ohnehin an jeden Kunden die neuen Tarife, die ab dem Jahr 2018 zu zahlen sind.

Kann ich denn einer höheren und damit teureren Regionalklasse durch einen Vertragswechsel ausweichen?

Das würde keinen Sinn machen, weil alle Versicherungsunternehmen an die Regionalklassen-Einstufung gebunden sind. Kein Versicherer dürfte für einen in der Stadt Kassel zugelassenen Wagen im nächsten Jahr noch die alte Einstufung in Klasse zehn anwenden. Nur wer zum Beispiel in den Landkreis Kassel mit Klasse vier umzieht oder dort seinen Wohnsitz anmeldet, könnte dadurch bei der Kfz-Haftpflicht Geld sparen.

Aber wieso gibt es dann so unterschiedliche Preise für vergleichbare Versicherungsleistungen?

Weil die Unternehmen in der Kalkulation ihrer Endpreise frei sind und im Wettbewerb zu anderen Versicherern stehen. Deshalb sollte man Preise vergleichen, wenn die Rechnung der Autoversicherung für das nächste Jahr kommt. Jeder Autohalter kann heute einfach und schnell die Versicherung wechseln, wenn er mit dem Preisangebot seines Versicherers nicht mehr einverstanden ist.

Lohnt sich ein grundsätzlicher jährlicher Wechsel denn in jedem Fall?

Nein. Man muss auf jeden Fall die Preise vergleichen. Gibt es keine großen Unterschiede, kann man getrost bei seiner derzeitigen Versicherung bleiben.

Und ab wann würde sich ein Wechsel der Versicherung lohnen?

Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Ein Pfennigfuchser wechselt vielleicht schon, wenn er zehn Euro im Jahr sparen kann. Für viele ist die Bequemlichkeitsschwelle sicher höher. Wenn man 100 Euro oder mehr sparen kann, denkt sicher fast jeder über einen Wechsel nach.

Wieso bieten die Versicherungen manchmal solche supergünstigen Tarife an?

Weil sie neue Kunden gewinnen wollen. Und darauf hoffen, dass die neuen Kunden dann auch eine Weile bleiben und Erhöhungen in den kommenden Jahren akzeptieren. Die Versicherer setzen da ein Stück weit auch darauf, dass viele Kunden bequem sind und Veränderungen scheuen.

Was kann ich noch tun, um mein Auto günstig zu versichern?

Unfallfrei fahren. Wer nach 20 bis 30 unfallfreien Jahren durch den Schadenfreiheitsrabatt nur noch zwischen 20 und 30 Prozent des regulären Beitragssatzes zahlen muss, braucht sich um Regionalklassen-Änderungen keine Gedanken mehr zu machen. Wichtig ist auch ein Blick auf die Typklassen. Modelle, die gern von Bleifußfahrern oder Autodieben gewählt werden, kosten für Haftpflicht und Kasko viel Geld. Wer den Kauf solcher Autos meidet, kann bei der Versicherung Geld sparen.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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