Autozulieferer Finoba veredelt Leichtbau-Komponenten und wächst rasant

Handarbeit: Beim Richten komplexer Bauteile – unser Foto zeigt Thorsten Eckel (hinten) und Markus Manter an einem so genanntenStrukturteil für ein Luxusauto – sind Erfahrung, ein sicherer Blick und handwerkliches Geschick gefragt. Fotos: Fischer

Baunatal/Kassel. Sowohl die Mitarbeiter als auch die technischen Anlagen der Baunataler Finoba Automotive GmbH sind so etwas wie Alleskönner – zumindest was die Bearbeitung von ultraleichten Struktur- und Fahrwerksteilen sowie von Aggregaten und Gehäusen aus Aluminium und Magnesiumguss für die Autoindustrie angeht.

In dem in den vergangenen Jahren von einer größeren Öffentlichkeit unbemerkt entstandenen modernen Industriekomplex am Ortsrand von Hertingshausen werden die teilweise sehr komplexen und filigranen Bauteile – vorwiegend für Oberklasse-Fahrzeuge – manuell oder maschinell entgratet, geschliffen, wärmebehandelt, gestanzt, gefräst, mit Bohrungen und Anbauteilen versehen, gewaschen, gebeizt, imprägniert, mehrfach geprüft – kurzum: einbaufertig gemacht und zu den Autoherstellern oder Systemlieferanten gebracht.

„Das können andere in Teilen auch, aber wir machen alles unter einem Dach“, stellt der geschäftsführende Gesellschafter des Unternehmens, Guido Barde, das Alleinstellungsmerkmal von Finoba heraus. „Wir kennen keinen Wettbewerber in Europa und weltweit, der dies alles aus einer Hand bietet“, sagt der 47-jährige Diplom-Ingenieur.

Die Geschäfte laufen gut, und das Wachstum ist rasant: 2010 beschäftigte Barde in diesem Unternehmen der Finoba-Gruppe 40 Mitarbeiter, heute sind es 500, und bis 2017 soll die Zahl nochmals um 60 steigen. Damit dürfte Finoba das am schnellsten wachsende Unternehmen Nordhessens sein. Drei Hallen sind in den vergangenen Jahren am Hauptstandort Hertingshausen entstanden, eine vierte wird ab dem Oktober eingerichtet und Ende des Jahres bezogen.

Das wird nicht nur die Platznot auf dem Gelände lindern, sondern auch die Anwohner vor Produktionslärm schützen, denn die neue Halle ist schallisoliert und Standort für die lautesten Anlagen. „Ich kann die Anwohner nur um Verständnis bitten, aber wir arbeiten mit Hochdruck an einer Verbesserung der Situation“, sagt Barde.

Neben Baunatal betreibt Finoba weitere Produktionsstäten im Werk Mittelfeld in Kassel sowie im bayerischen Rottenburg, wo die Spezialisten exklusiv High-Tech-Strukturteile für hochwertige BMW-Fahrzeuge bearbeiten.

Vor der Zukunft ist Barde nicht bange. Die Auftragsbücher sind voll. „Bis 2018 sind wir ausbucht“, sagt er. Weiteres Wachstum schließt Barde nicht aus, für die kommenden Jahre ist aber Konsolidierung angesagt. „Das Wachstum müssen wir erst einmal verdauen: finanziell, organisatorisch und personell“, sagt er.

Mit der Belegschaft ist auch das Management gewachsen. Ums oprerative Geschäft kümmert sich künftig Rinze Dijkstra (48), ein ausgewiesener Gießereifachmann, der Jahrzehnte in leitender Position für einen holländischen Konzern – zuletzt als Vorstand – tätig war. Barde selbst will sich künftig um die strategische Ausrichtung der Gruppe kümmern, zu der auch die Antrok Anlagentechnik GmbH in Baunatal sowie die Henschel Maschinenbau GmbH in Kassel gehören.

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