Ehrenamtliche gesucht

Awo-Projekt will jungen Eltern in Nordhessen eine Auszeit geben

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Helga Krauß unterstützt eine Familie aus Baunatal mit drei Kindern. Hier kümmert sie sich um die elf Monate alte Johanna, Zwillingsschwester Franziska machte beim Fototermin gerade ein Nickerchen.

Die erste Zeit mit Baby ist eine Freudenzeit, aber zugleich für viele Eltern stressig. Das Ehrenamtlichen-Projekt "Wellcome" der Awo Nordhessen will Entlastung bieten.

Als Helga Krauß ankommt, ringt Franziska gerade mit dem Schlaf, Johanna hingegen ist putzmunter und will getragen werden. Die elf Monate alten Zwillingsschwestern halten ihre Eltern auf Trab. Und da ist ja noch der ältere Bruder, der auch Zuwendung braucht. Alle zwei Wochen entlastet Helga Krauß die Familie aus Baunatal für zwei Stunden, indem sie sich um die beiden Säuglinge kümmert. Die Mutter hat dann Zeit, um mit dem dreijährigen Sohn ins Kinderturnen zu gehen.

„Wellcome“ heißt das Projekt der Awo Nordhessen, das Familien nach der Geburt eines Kindes Unterstützung bietet. Helga Krauß ist eine der Ehrenamtlichen, die sich dafür engagiert. Die 56-Jährige aus Baunatal hat selbst zwei erwachsene Kinder, die in anderen Städten wohnen. Wenn einmal Enkel kommen, wird sie als Oma nicht jederzeit vor Ort sein können.

So ist es auch in der Familie, in der sie einspringt. Die Großeltern sind weit weg, der Vater beruflich viel unterwegs, und nach dem Umzug ins Eigenheim gibt es in der Nachbarschaft noch keine gewachsenen Kontakte. Da ist die Wellcome-Helferin eine wertvolle Stütze im Alltag.

Oft brauchen Familie kleine Hilfen im Alltag

Die Awo sucht noch weitere Menschen, die Erfahrung mit Babys haben und jungen Eltern kleine Auszeiten ermöglichen wollen. Vor allem Familien mit mehreren kleinen Kindern und Alleinerziehende suchten Unterstützung, berichtet Projektkoordinatorin Nicole Lamm von der Awo. Oft seien es Kleinigkeiten, mit denen die Ehrenamtlichen den Familien große Unterstützung leisten, schildert Lamm: Da geht es darum, dass sich die Mutter nach ungezählten schlaflosen Nächten mal eine Stunde hinlegen kann. Dass jemand mit dem Baby, das nur im Kinderwagen schläft, eine Runde dreht, damit im Haushalt nicht Land unter herrscht. Oder dass das ältere Geschwisterkind zum Spielplatz begleitet wird, damit die Mutter in Ruhe den Säugling versorgen kann.

Nicole Lamm, Wellcome- Koordinatorin bei der Awo

„Wellcome“ sei ein präventives Programm, betont die Koordinatorin. „Wir wollen ansetzen, bevor sich bei den Familien etwas aufbaut und Not entsteht“, sagt Lamm.

Helga Krauß, die seit drei Jahren bei „Wellcome“ dabei ist, macht ihr Ehrenamt große Freude. „Mir gibt das selbst unheimlich viel“, sagt die 56-Jährige und meint damit die Zuneigung der Kinder und die Dankbarkeit der Familien. In fünf Familien war sie schon im Einsatz. Als Ehrenamtliche versuche sie, sich selbst zurückzunehmen und an die Bedürfnisse der Familien anzupassen, sagt Krauß: „So wie es auch von Großeltern gewünscht wird.“

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