Jonas Ganß bester Holzblasinstrumentenmacher

Azubi beim Kasseler Instrumentenbauer Mollenhauer ist der beste im ganzen Land

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Freut sich über den Bundessieg: Jonas Ganß aus Homberg. Unser Foto zeigt ihn mit Fagotten in der Mollenhauer-Werkstatt in der Kohlenstraße in Kassel.

Kassel. Jonas Ganß ist der Beste – bundesweit. Der beste Holzblasinstrumentenmacher seines Jahrgangs. 

Nachdem er Kammer- und Landessieger seines Fachs geworden war, setzte er sich Ende vergangenen Jahres im Bundesleistungswettbewerb gegen starke Konkurrenz durch und holte den Sieg nach Kassel. Hier in Kassel steht auch sein Ausbildungsbetrieb: der vor 154 Jahren gegründete Instrumentenbauer Gustav Mollenhauer & Söhne. Am Freitag zeichnet ihn die Handwerkskammer im Rahmen der traditionelle Bestenehrung dafür aus.

Die Berufswahl des 21-jährigen Hombergers war in zweierlei Hinsicht vorgezeichnet. Als Hobby-Blechbläser, der Trompete und Flügelhorn spielt, ist er musikalisch vorbelastet und auch handwerklich. Sein Vater ist Heimwerker und hat Jonas schon als Kind an seinem Hobby teilhaben lassen. „Das hat mir immer Spaß gemacht“, erinnert sich der junge Mann.

Tino Schaub

Und als er dann ein Praktikum bei Mollenhauer absolvierte, stand sein Berufswunsch fest. Nicht nur für ihn. Mollenhauer-Chef Tino Schaub (49) entdeckte sofort Talent und Potenzial des Abiturienten. „Wenn der sich bewirbt, nehmen wir ihn“, sagte er seinerzeit zu seinem Vater. „Der passt zu uns.“

Der bescheidene Homberger hat Ehrgeiz. Er will den Meister machen. Den Bundessieger habe er aber nie angestrebt, versichert er. „Das hat sich einfach ergeben“, sagt der junge Mann. Seine Mitstreiter habe er auch nie als Konkurrenten, sondern vielmehr als Kollegen angesehen. Im Vordergrund des Wettbewerbs hätten für ihn vor allem das kollegiale Miteinander und der Erfahrungsaustausch gestanden.

Schaub ist indes voll des Lobes für seinen Vorzeige-Lehrling. „Das ist schon eine tolle Leistung, auf die wir alle im Betrieb sehr stolz sind“, sagt der Meister im Brustton der Überzeugung. Viele Kunden sprächen ihn auf die Auszeichnung seines jungen Mitarbeiters an.

Das Familienunternehmen in der Kohlenstraße, das heute in dritter Generation von Tino Schaub geführt wird – sein Großvater kaufte es in den 1950er-Jahren den Nachfahren der Firmengründer ab – ist weltweit der wahrscheinlich einzige Vollsortimenter bei Holzblasinstrumenten, darunter Fagotte, Kontrafagotte, Oboen, Klarinetten und Englischhörner. Wettbewerber sind rar und haben sich zumeist auf ein oder zwei Instrumente spezialisiert. „Unsere Vielseitigkeit ist einzigartig“, sagt Schaub.

15 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen. Die Kunden sitzen in aller Welt. Besonders gut verkaufen sich die handgemachten Instrumente im Inland, aber auch im europäischen Ausland, den USA und in Asien, wo deutsche Wertarbeit geschätzt werde. Zahlreiche bekannte Orchester spielen auf Instrumenten „Made in Kassel“, etwa die in Hamburg und Mailand. Neben der Herstellung handelt Mollenhauer mit Blechblasinstrumenten aller bekannten Produzenten.

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