Kanga: Ein neuer Mutter-Kind-Sport, bei dem man trainiert wie ein Känguru

Das Baby ist immer dabei

Mütter beim Kangatraining: Rechts im Bild macht Trainerin Karoline Hartwig mit Tochter Anouk die Übungen vor. Vordere Reihe von links: Eugenia Krieger und Manuela Mattner. Foto:  Pia Malmus

Kassel. „Immer in Bewegung bleiben!“, ruft Karoline Hartwig durch den Trainingsraum. Die Babys wippen in den Tragehilfen entspannt mit, manche schlafen ein. Kein Geschreie, kein Weinen. Ihre Mütter machen Übungen zum Takt der Musik und tragen die zusätzlichen Gewichte vor dem Bauch oder auf dem Rücken mit Blick zu sich. Erst am Ende der Trainingsstunde schreien zwei der Babys und werden schnell beruhigt.

Karoline Hartwig ist Kangatrainerin im „Dance United mit KidZ Coffee“ in der Friedrich-Ebert-Straße. Seit Oktober letzten Jahres biete sie als aktuell einzige Kangatrainerin in Kassel mehrmals in der Woche Kurse für frisch gebackene Mütter an, sagt die 34-Jährige.

Mutter-Kind-Sport

Der Name des Kangatrainings kommt vom englischen Wort „kangaroo“, weil die Mütter ihre Babys wie in einem Beutel bei sich tragen. Das Ganzkörpertraining wurde ab 2008 von einer Personal Trainerin und professionellen Tänzerin aus Wien entwickelt. Die Mütter sollen ihren Babys nah sein und ihre Bauchmuskeln und den Beckenboden stärken. In einer Trainingsstunde folgen auf Bodenübungen mit und ohne Kind Aerobiceinheiten für die Mütter.

Die 29-jährige zweifache Mutter Katrin Werner macht mit ihrer neun Monate alten Tochter Mara Emilia seit November mit. „Ich habe es zufällig im Internet entdeckt. Es gibt mir ein tolles Körpergefühl und entspannt meine Tochter“, erzählt sie.

Die Frauen müssten bestimmte Voraussetzungen erfüllen und dazu vor Kursbeginn Fragen beantworten, um gesundheitliche Probleme auszuschließen, sagt Hartwig. „Ich arbeite wie alle Kangatrainer eng mit einer Expertin für das Tragen der Babys zusammen und achte auf die richtige Ausführung der Übungen“, sagt sie. Sobald die Rückbildung bei der Mutter nach der Geburt weit genug sei, könne sie mitmachen, bis ihr das Tragen keinen Spaß mehr bereite. Bisher seien die Kinder alle zwischen drei Monate und zwei Jahre alt.

Die Fremdsprachensekretärin habe mit ihrem Sohn Ferris nach der Geburt im Jahr 2011 Kangatraining gemacht, bis sie wieder arbeiten ging. Da es die Kurse nach der Geburt ihrer Tochter Anouk 2014 nicht mehr gab, habe sie die frei gewordene Kasseler Lizenz zur Trainerin erworben. „Es ist meine persönliche Erfüllung, weil ich mein Hobby zum Beruf gemacht habe und mein Kind beim Sport bei mir trage“, sagt Hartwig.

Ein Kurs geht über acht Wochen und findet einmal wöchentlich statt. Für die Effektivität sei zudem das Training zu Hause mit DVD wichtig.

Ab März beginnen dienstags, mittwochs und donnerstags um 9.45 Uhr drei neue Kurse für acht Wochen. Freie Plätze gibt es noch mittwochs und donnerstags. Weitere Infos: www.kangatraining-kassel.de

Von Rebecca Rohrbach

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