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Baby-Notarztwagen des ASB ist in Nordhessen unterwegs – Aktion Advent hilft

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Von: Helga Kristina Kothe

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Die Ehrenamtlichen des ASB Klaus und Christine Liske (von links) sowie Philipp Brake, erster Vorsitzender des ASB-Regionalverbands Kassel-Nordhessen.
Engagieren sich ehrenamtlich: Klaus und Christine Liske (von links) sowie Philipp Brake, erster Vorsitzender des ASB-Regionalverbands Kassel-Nordhessen. © Helga Kristina Kothe

Kommen Babys viel zu früh auf die Welt oder schwer krank, brauchen sie sofort medizinische Versorgung. Bei solchen Notfällen ist der Baby-Notarztwagen vom ASB in Kassel im Einsatz.

Seit 45 Jahren ist er als rollende Intensivstation, vollgepackt mit Medizintechnik für Neugeborene, unterwegs. Der Baby-Notarztwagen des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) ist der einzige in Nordhessen. Was er an Diagnostik und Therapie ermögliche, könne kein normaler Rettungswagen leisten, sagt Philipp Brake, Vorsitzender des ASB-Regionalverbands Kassel-Nordhessen. Werde er gerufen, gut 120 Mal pro Jahr, zähle jede Minute.

Im Zentrum steht der Inkubator. In dem Brutkasten herrschen 37 Grad, also Körpertemperatur, damit das Neugeborene nicht auskühlt. Über den Inkubator werden auch der Sauerstoffgehalt überwacht und die Luftfeuchtigkeit geregelt. Ein Überwachungsgerät zeigt alle Werte an, vom Herzschlag bis hin zur Sauerstoffsättigung.

Über eine Infusionspumpe werden Säuglinge mit Medikamenten oder einer Infusionslösung versorgt, um das Austrocknen zu verhindern. Und für den Fall, dass das Baby nicht selbstständig atmen kann oder die Kräfte schwinden, ist ein Beatmungsgerät an Bord. Und weil jede Erschütterung während der Fahrt ein Risiko ist, ist er besonders gefedert.

Der ASB in Kassel war 1976 eine der ersten Hilfsorganisationen, die ein solches Fahrzeug in den Dienst stellte. Hintergrund war, dass Anfang der 70er-Jahre spezielle Intensivstationen für Neugeborene an Schwerpunktkliniken auf- und ausgebaut wurden.
Der Transport war jedoch lange nicht befriedigend gelöst, sodass auf Drängen der Ärzteschaft Transportdienste für Neugeborene eingerichtet wurden.

Beim ASB steht aktuell die fünfte Fahrzeuggeneration, die ersetzt werden muss. „Eine Refinanzierung über die Krankenkassen ist nicht möglich. Sie bezahlen nur den Transport“, sagt Philipp Brake. Investitionskosten beispielsweise müssten über Spenden und Mitgliedsbeiträge finanziert werden. Das unterstützt auch die Aktion Advent.

Zudem lebt das Projekt von dem Engagement Freiwilliger: Neben einem Arzt und einer Krankenschwester der Frühgeborenen-Intensivstation am Klinikum Kassel sind ASB-Rettungssanitäter an Bord – wie Philipp Brake, die Kinderkrankenschwester Christine Liske und ihr Mann Klaus, der Rettungsassistent ist, die das ehrenamtlich machen. „Den Schwächsten zu helfen, liegt uns am Herzen“, sagen die Liskes.

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