Denkmalschützer setzen sich für Erhalt des ein

Freibad Wilhelmshöhe: „Bad ist Kulturdenkmal“

Abkühlung mit Herkulesblick: Das Freibad Wilhelmshöhe wurde 1935 gebaut. Den Drei-Meter-Sprungturm gibt es nicht mehr. Ansonsten ist vieles noch so wie vor 78 Jahren. Foto: Archiv / nh

Kassel. Der Arbeitskreis für Denkmalschutz und Stadtgestalt Kassel setzt sich für den Erhalt des Freibades Wilhelmshöhe ein und spricht sich gegen eine Bebauung des Geländes aus.

Der Arbeitskreis, in dem unter anderem Historiker und Denkmalpfleger aktiv sind, hat eine beratende Funktion. Die Mitglieder wenden sich im Vorfeld der Sondersitzung der Stadtverordneten zu den Bädern - Montag, 4. März, 16 Uhr, Rathaus - an die politisch Verantwortlichen.

Neben sportlichen und sozialen Aspekten sei das Freibad auch ein erhaltenswertes Kulturdenkmal. Darauf wolle man ausdrücklich hinweisen. Das Gelände gehöre zu einem historischen und denkmalgeschützten Grünzug, der in der offiziellen Denkmaltopografie der Stadt aufgeführt werde. Wer den Denkmalschutz ernst nehme, dürfe dort nicht bauen.

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Selbst wenn das Bad aufgegeben würde, sei allenfalls die Umwandlung in ein Rasen- oder Wiesengelände denkbar. Gegen eine Bebauung hatte sich zuletzt auch der Umweltmeteorologe Prof. Dr. Lutz Katzschner von der Universität Kassel ausgesprochen.

„Der Erhalt des Bades betrifft nicht nur den Stadtteil Bad Wilhelmshöhe“, sagt Arbeitskreis-Sprecher Christian Presche. Er verweist auf das große Einzugsgebiet und die verkehrsgünstige Anbindung. Die Aussagen zum Denkmalwert des Bades und des Grünzuges werden in einer mehrseitigen, bebilderten Zusammenstellung ausführlicher begründet.

Vergleichbar mit Opelbad

Der Arbeitskreis verweist auf die landschaftlich besonders reizvolle Lage des Bades unterhalb des Bergparks. In Hessen vergleichbar sei allenfalls das bekannte Wiesbadener Opelbad. Die geschickt in die Landschaft eingepassten Gebäude und Schwimmbecken zeugten von einer herausragenden Planung der städtischen Bau- und Gartenämter um 1930.

Impressionen aus dem Freibad Wilhelmshöhe

Zudem sei das Bad ein wichtiges historisches Zeugnis für die Geschichte des Kurbads Wilhelmshöhe und für bürgerschaftliches Engagement in Kassel zur Zeit der Weimarer Republik, sagt Presche. Der Grünzug sei nicht nur als Begrenzung der Villenkolonie Mulang bedeutend. „Er wurde wegen seines weiten Talblicks um 1930 bewusst als wohngebietsnahe Erholungs- und Spielfläche ausgewiesen und bildet vor allem auch einen wichtigen Rest des ursprünglichen Wilhelmshöher Parkvorfelds.“

Angesichts des fortgeschrittenen städtischen Wachstums seien die letzten, absichtlich freigehaltenen Grünzüge und landwirtschaftlichen Flächen als Vermittlung zwischen Stadt und Park besonders wichtig.

Von Thomas Siemon

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