Störung bei Unitymedia dauerte beinahe eine Woche

200 Haushalte in Kassel waren sechs Tage ohne Internet, Fernsehen und Telefon

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Wütend: Die Anwohner der GWG-Häuser an der Wilhelmshöher Allee sowie umliegender Haushalte konnten eine Woche weder fernsehen, telefonieren noch das Internet nutzen.

Kassel. Kein Fernsehen, kein Telefon, kein Internet – die Angst vor der digitalen Isolation, in Wilhelmshöhe war sie sechs Tage lang Realität. Die Mieter beschweren sich über schlechte Information seitens des Anbieters.

Aktualisiert am 16. August, um 11.46 Uhr - Drei Wohnhäuser der Gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft der Stadt Kassel (GWG) sowie mehrere angrenzende Haushalte an der Wilhelmshöher Allee warteten seit vergangenem Donnerstag bis zum Dienstagnachmittag vergeblich auf ein Signal. Insgesamt waren knapp 200 Haushalte betroffen, die alle vom Kabelnetzbetreiber Unitymedia versorgt werden.

Die Anwohner der drei GWG-Häuser werfen dem Kundenservice von Unitymedia mangelnden Informationsfluss vor. „Man kommt bei Unitymedia kaum durch“, sagt Gerhard Hesse (71). „Und wenn doch, sagt einem keiner genau, was los ist, da wird man von der kaufmännischen in die technische Abteilung verbunden und am Ende ist man nicht schlauer als vorher.“ Reinhard Ziegler (60) sagt, dass eine Nachbarin bereits am Freitag vom Kundenservice gesagt bekommen hätte, dass nun alles wieder funktioniere. Doch der Bildschirm blieb schwarz.

Unfreiwillig komisch: In dem Schreiben von Unitymedia wird um Rückruf gebeten, obwohl das Telefon aufgrund der Störung nicht funktionierte.

Anwohnerin Elli Franke (70) hatte per Smartphone, das über die mobilen Daten noch internetfähig war, eine E-Mail an Unitymedia geschickt. Als Antwort erhielt sie einen Brief, in dem ihr mitgeteilt wurde, man habe erfolglos versucht, sie telefonisch zu erreichen. Versehen war das Schreiben mit der Bitte um Rückruf. Unfreiwillig komisch, wenn das Telefon nicht funktioniert. Ältere Anwohner beklagen zudem, dass ihr Notrufknopf während der Zeit des Ausfalls nicht funktionierte, da dieser an das Telefonnetz gekoppelt sei. 

Auch seitens der Wohnungsbaugesellschaft hätten sich die Mieter eine bessere Kommunikation gewünscht. „Die GWG hätte zumindest einen Aushang im Treppenhaus machen können.“ GWG-Geschäftsführer Peter Ley sagt, man hätte sich intensiv um Information von Unitymedia bemüht, insbesondere, wann die Störung behoben sein würde. „Diese Information hätten wir gerne, wenn sie zur Verfügung gestanden hätte, an unsere Kunden weitergegeben.“

Auf Nachfrage unserer Zeitung teilte ein Sprecher von Unitymedia mit, man bedauere, dass es in der Kommunikation mit den Kunden zu Abstimmungsschwierigkeiten gekommen sei. Man wolle den Fall intern nochmals aufarbeiten.

War sechs Tage lang schwarz: Der Fernseher von Rita und Bernd Leukert.

Die meisten Anwohner hatte während der sechs Tage vor allem ihren Fernseher vermisst. Was sie stattdessen zur abendlichen Unterhaltung gemacht hätten? „Gelesen“ oder „früh ins Bett gegangen“. Rita Leukert (69) habe die Zeit damit verbracht, Schubladen aufzuräumen. „Jetzt ist es zumindest wieder ordentlich.“

Nach Veröffentlichung: Auch am Tag danach noch Störungen

Nach der Veröffentlichung unseres Artikels erreichten uns tags darauf Nachrichten weiterer Anwohner, bei denen auch am Donnerstag noch Störungen vor allem beim Fernsehempfang auftraten. Die Probleme beim Anbieter Unitymedia scheinen dementsprechend immer noch nicht in Gänze behoben. 

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte ein Sprecher des Kabelnetzbetreibers, dass die Störungen im Bereich der Übergabepunkte im Keller der Wohnhäuser aufgetreten seien. Dort würde das Signal für die einzelnen Haushalte gefiltert und weitergeleitet. Die Störung führe dazu, dass das Signal derzeit nicht optimal und für einzelne Haushalte mal schlechter und mal besser gefiltert würde. Die Ursache der Störung habe man nicht identifizieren können, hieß es von Unitymedia. 

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