Absagen nur im Krieg und während Corona

Wasserspiele im Kasseler Bergpark fallen 2021 komplett aus

Einzigartig: Der Bergpark Wilhelmshöhe mit Herkules und Wasserspielen wurde im Jahr 2013 zum Weltkulturerbe ernannt. Archivfoto: Dieter Schachtschneider
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So sieht es normalerweise im Bergpark aus, wenn die Wasserspiele stattfinden. Dieses Bild wird es 2021 nicht mehr geben.

Jetzt ist es offiziell: In dieser Saison, die normalerweise bis zum 3. Oktober gehen würde, wird es keine Wasserspiele im Bergpark Wilhelmshöhe mehr geben.

Kassel – Diese Nachricht bestätigte auf Nachfrage der Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), Martin Eberle. Noch im Juli habe man darauf gehofft, zumindest die romantischen Wasserspiele für Besucher laufen lassen zu können. Das sind alle Stationen unterhalb der Kaskaden vom Steinhöfer Wasserfall zur Teufelsbrücke, Aquädukt und großer Fontäne.

Weiter unten gebe es im Gegensatz zum Weg an den Kaskaden entlang reichlich Platz. Doch auch diese Option habe man wegen der im Spätsommer wieder steigenden Infektionszahlen nicht umsetzen können. „Es ist jammerschade, aber auch in diesem wird es nichts“, sagt Eberle. Bereits im Jahr 2020 mussten die Wasserspiele wegen Corona abgesagt werden. Das war der erste Komplettausfall nach dem Zweiten Weltkrieg.

Die Wasserspiele vor knapp 200 Jahren: Die Abbildung von C. G. Hammer stammt aus der grafischen Sammlung der Museumslandschaft Hessen Kassel.

Wer Glück hat, kann in den nächsten Wochen beim Spaziergang durch den Bergpark dennoch mal die eine oder andere Station in Betrieb sehen. Über die Jahrhunderte hat sich durch die regelmäßige Wasserzufuhr in den Monaten von Mai bis Oktober eine darauf angepasste Pflanzen- und Tierwelt entwickelt. Von Moosen bis zu den Goldfischen im Neptunbecken gibt es ein Ökosystem, das Feuchtigkeit braucht. Deshalb wird immer mal wieder Wasser über die verschiedenen Stationen laufen. Ohne Ankündigung, um größere Menschensammlungen zu vermeiden.

Lange Tradition: Die Wasserspiele sind in Kassel seit Jahrhunderten zu sehen. Ausnahmen gab es nur im Krieg und jetzt durch Corona.

Genügend Wasser ist nach den ergiebigen Schneefällen im Winter jedenfalls vorhanden. Das Reservoir am Vorwerk Sichelbach, wo Wasser aus dem Habichtswald gesammelt wird, ist gut gefüllt. Von hier werden die Kaskaden versorgt. Weiter unten gibt es Unterstützung durch die Zuläufe aus der Drusel und dem ehemaligen Herkulesstollen. Nicht nur die Verantwortlichen bei der MHK hoffen darauf, dass das Wasser im nächsten Jahr häufiger genutzt werden kann. (Thomas Siemon)

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