Massive Probleme seit dem Sommer

Ärger mit der Telekom: Zahnarzt Rump meist nicht zu erreichen

Behelfen sich mit einer Rumfumleitung aufs Handy: Zahnarztmitarbeiterin Renate Praschke mit ihrem Chef Thorsten Rump. Foto: Hein

Kassel. Ärger mit der Telekom und kein Ende. Seit Sommer hat der Kasseler Zahnarzt Thorsten Rump massive Probleme mit seiner Telefonanlage.

Inzwischen erreichen ihn nach eigenen Angaben nur noch 20 Prozent der Anrufer, die in seinem Fall Patienten sind. Nur eines von zehn Telefonaten könne zu Ende geführt werden, ohne abrupt unterbrochen zu werden, sagt Rump: „Die Störung hat mir massiven wirtschaftlichen Schaden zugefügt, denn viele Patienten sind verärgert und haben den Zahnarzt gewechselt.“

Umso mehr als viele, die Rump nicht erreichen, obwohl er anwesend ist, die computergesteuerte Fehlinformation hören: „Die Nummer ist zurzeit nicht vergeben.“

Der Zahnarzt in Bad Wilhelmshöhe und seine Mitarbeiterinnen sind mit ihrer Geduld am Ende. Seit Juli haben sie ungezählte Stunden damit verbracht, bei der Telekom jemanden zu erreichen, der das Problem behebt oder wenigstens benennt. Aber: „Der Moloch Telekom versteckt sich in Warteschleifen“, sagt Rump. Es dürften – alle Stunden zusammengezählt – zwei Tage gewesen sein, die ich und meine Mitarbeiterinnen in Warteschleifen hingen.

Nach den ersten Kontakten mit der Telekom kam im Sommer eine Mail, das Problem sei behoben. Das war mitnichten der Fall. Im Herbst habe dann die gesamte Telefonanlage den Geist aufgegeben. Rump kaufte sich eine neue. Danach sei klar gewesen: Es muss ein Telekom-Problem sein. Einmal kam ein Techniker, der durch Messungen eine „massive Störung“ festgestellt habe. Das Problem behob er nicht.

Ein Trick, mit dem sich Rump jetzt behilft, ist die Umleitung der Telefonate auf sein privates Handy. „Wenn ich als Arzt nicht erreichbar bin, mache ich mich ja unter Umständen strafbar. Eine Dauerlösung ist das aber nicht.“

Bei seinen zahlreichen Telefonaten sei er auch auf Gesprächspartner gestoßen, die ihm sagten, die Telekom habe technische Probleme, seit am 31. Juli in einer Zentrale im Bereich Internet-Telefonie in Stuttgart der Blitz eingeschlagen sei.

Telekom-Sprecher Klaus vom Hofe teilte gegenüber der HNA mit: „Wir können keine Störungen in unserem Netz im geschilderten Anschlussbereich ausmachen. Einzelkunden, deren Anschluss gestört ist, sollten sich mit der Störungsmeldung an den Kundenservice wenden.“

Vor kurzem bekam Rump von der Telekom einen standardisierten Entschuldigungsbrief mit dem Inhalt „Manchmal läufts nicht rund“. Als Trost war ein Los der Aktion Mensch für 7,50 Euro beigefügt. Im Dezember gab es eine weitere rätselhafte Reaktion der Telekom: eine Auftragsbestätigung für einen monatlichen IT-Sofort-Service, den Rump nie beantragt hatte. Immerhin gab es auf dem Schreiben den Namen des Leiters Geschäftskundenbereich und eine Durchwahl.

Jetzt führt Rump wieder Gespräche, allerdings nicht mit Callcenter-Mitarbeitern. Er schlug vor, einen ganz neuen Telefonanschluss zu schaffen. Das wurde ihm jetzt von der Telekom zugesagt. Rump ist gespannt.

Von Christina Hein

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thedoctorAntwort
(1)(0)

Wochenlang Warten ist ja für Privatkunden ohne weiteres zumutbar ... Normal !!!

dingelchen
(0)(0)

Die Telekom unterscheidet zwischen Privat- und Geschäftsanschlüssen. Anschlüsse von Geschäftskunden werden in der Regel innerhalb von 24h entstört. Aus Kostengründen wählen die meisten Kleinunternehmer allerdings den Privatkundenanschluß und regen sich dann auf, wenn sie u.U. wochenlang keinen funktionierenden Telefonanschluß haben.

Die Stimme
(0)(0)

Hätte er den Anbieter im Sommer gewechselt, hätte er keine Probleme gehabt.

Kommentare

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