Restaurant folgt im Spätsommer

Auf den Kopf gestellt: Hotel Palmenbad in Kassel komplett neu eingerichtet

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Die Neuen im Hotel Palmenbad: Die Geschäftsführer Claudio Papa (links) und Daniel Pahl (rechts) mit Koch Jan Nolte, der den kulinarischen Bereich im Hotel führen wird.

Das geschichtsträchtige Hotel Palmenbad in Bad Wilhelmshöhe ist in neuen Händen. Und diese haben gleich mächtig Hand angelegt in dem um 1900 erbauten Haus an der Kurhausstraße 25.

Vor allem die Inneneinrichtung wurde auf den Kopf gestellt: Die neuen Eigentümer Daniel Pahl und Claudio Papa setzen auf puristische Eleganz.

Im Januar hatten die beiden Freunde das Hotel gekauft und mit der Renovierung begonnen. Die Voreigentümerin hatte die Immobilie vor einigen Jahren bereits aufwendig grundsanieren lassen, sodass der Wandel nun vor allem im Inneren spürbar ist. „Wir haben lange nach so einem Objekt gesucht“, sagt Pahl, der zuvor in vielen Hotels tätig war – unter anderem im Pentahotel und im damaligen Mövenpick Hotel in Kassel.

Die Geschäftspartner setzen in dem 30-Betten-Haus auf das Motto „Klein, aber fein“. So bieten sie ihren Gästen Bio-Lebensmittel aus der Region an: Wurst von der Landfleischerei Koch aus Calden, Käse vom Kirchhof in Oberellenbach und das Frühstücksei kommt vom Biohof aus Calden-Obermeiser.

Die Übernachtung in einem der 15 Zimmer kostet zwischen 99 und 169 Euro und ist inklusive Frühstück. „Zu den Messezeiten wird es etwas teurer sein. Aber das ist in allen Hotels üblich“, sagt Pahl. Die Zimmerkategorien werden in den Kleidergrößen S bis XL angegeben. Das System sei für die meisten Gäste leichter nachvollziehbar als Begriffe wie „Superior“ oder „Deluxe“

Neben den Hotelzimmern gibt es einen kleinen Tagungsraum und ein Restaurant mit 30 Plätzen. Dieses soll sich im Spätsommer unter dem Namen „Kleinod“ auch für Gäste öffnen, die nicht übernachten. Der gastronomische Bereich wird von Koch Jan Nolte geführt, der schon in vielen gehobenen Hotels kulinarische Spuren hinterlassen hat. „Wir haben Platz für Events mit bis zu 50 Gästen“, sagt Pahl.

Besonders die Historie des Hauses hat die neuen Eigentümer beeindruckt. Das Hotel war ursprünglich ein gastronomischer Betrieb, der zum gleichnamigen benachbarten Hallenbad gehörte. Das eigentliche Bad war 1893 vom Fabrikanten Gustav Henkel neben dessen Elektrizitätswerk erbaut worden. Es war das erste Hallenbad Kassels und hatte seinen Namen wegen des angrenzenden Gewächshauses, in dem sich ein Palmengarten befand. Bad und Gewächshaus wurden mit der Abwärme des Kraftwerks beheizt.

Zu den berühmtesten Badegästen zählten die Söhne von Kaiser Wilhelm II, der regelmäßig in seiner Sommerresidenz im Schloss Wilhelmshöhe weilte. 1918 wurde das Bad geschlossen und im Zweiten Weltkrieg zerstört.

Die Urenkelin des Palmenbad-Gründers Gustav Henkel war vor einigen Jahren im Hotel Palmenbad zu Gast. Sie lebt in den USA.

„Den kaiserlichen Glanz und das Palmenthema wollen wir auch im Hotelbetrieb aufgreifen“, sagt Pahl.

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