Mann ärgert sich über Neuregelung

Besucher des Altenheims Augustinum sauer: Parkscheibenpflicht "ist ein Hohn"

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Vorsicht, eine Parkscheibe ist nötig: Temmo Dittmer hatte bei dem Besucher seiner Tante im Augustinum diesen Hinweis übersehen und soll nur 35 Euro Bußgeld zahlen.

Kassel. Temmo Dittmer aus Fuldatal ist verärgert. Seit 30 Jahren besucht er seine inzwischen 104 Jahre alte Tante in der Seniorenwohnanlage „Augustinum“ im Druseltal. Nach dem jüngsten Besuch bei der Tante fand er an seinem Auto ein Knöllchen.

35 Euro Bußgeld soll er zahlen. Er hatte übersehen, dass Gäste des Seniorenheims inzwischen eine Parkscheibe hinter die Windschutzscheibe legen müssen. Ein Sprecher des Augustinums begründet die Neuregelung damit, dass Dauerparker ferngehalten werden sollen.

Seit August gilt die Parkscheibenpflicht auf dem Parkplatz der Seniorenwohnanlage. Für Dittmer ist dies nicht nachvollziehbar: „Das ist ein Hohn für Leute, die hier ihre alten Bekannten und Verwandten besuchen wollen.“ Er hat Widerspruch gegen das Bußgeld eingelegt und will zur Not bis vor Gericht ziehen.

Dittmer vermutet hinter der Bewirtschaftung des Parkplatzes ein Geschäftsmodell. Zumal es so gut wie keine Fremdnutzer gebe. „Die Sparkasse und das Restaurant Nashorn sind doch geschlossen. Wer sollte sonst hier dauerhaft parken wollen“, fragt sich Dittmer.

Matthias Steiner, Sprecher des Augustinums, weist die Vorwürfe zurück. Es werde durch mehrere Schilder auf dem Parkplatz auf die Parkscheibenpflicht hingewiesen. Zudem seien alle Bewohner mit einem Schreiben auf die neue Regelung hingewiesen worden. „Die Erlöse aus dem Bußgeld fließen allein an unseren Dienstleister Park & Control“, sagt Steiner.

Viele Schilder aufgestellt

Tatsächlich stehen ein Dutzend Hinweistafeln auf dem Parkplatz, die kaum zu übersehen sind. Dittmer kritisiert, dass auf diesen vor allem „Herzlich willkommen“ in Großbuchstaben zu lesen ist und erst weiter unten eine Parkscheibe abgebildet ist. Diese könnte man beim Vorbeifahren übersehen.

Aus Sicht des Fuldatalers ist es verständlich, wenn Firmen wie der Edeka Aschoff-Getränkemarkt an der Frankfurter Straße ihre privaten Parkplätze überwachen ließen, weil dort viele Fremdparker bei KSV- und Huskies-Spielen zu erwarten seien. Im Fall des Augustinums sehe er aber keinen Anlass.

Der Sprecher des Augustinums verweist darauf, dass der Parkplatz sehr wohl etwa als Park- and Ride-Möglichkeit missbraucht werden könne. Durch die Bewirtschaftung hätten Gäste, Bewohner und Mitarbeiter gute Chancen, immer einen freien Parkplatz zu finden.

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