Blaukreuz-Zentrum gibt stationäre Einrichtung auf

Kasseler Alkoholklinik wird geschlossen

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Blaukreuz-Zentrum: Die stationäre Einrichtung für Alkoholkranke befindet sich an der Landgraf-Karl-Straße.

Kassel. Das Blaukreuz-Zentrum schließt in der zweiten Jahreshälfte seine stationäre Einrichtung für Alkoholkranke an der Landgraf-Karl-Straße in Wilhelmshöhe.

Ab Herbst wird ausschließlich die Suchtfachklinik Fürstenwald (Calden) mit diesem Angebot in der Region zur Verfügung stehen. Der entsprechende Versorgungsauftrag soll dorthin übertragen werden. Bislang bot die Kasseler Klinik 28 stationäre Behandlungsplätze.

Die 65 Mitarbeiter des Blaukreuz-Zentrums sind am Donnerstag von der Geschäftsführung über die Entscheidung informiert worden. Es werde versucht, etwa die Hälfte der Mitarbeiter bei der Klinik in Fürstenwald weiterzubeschäftigen, teilte eine Sprecherin der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS) mit, zu der das Blaukreuz-Zentrum gehört. Die andere Hälfte der Mitarbeiterschaft bleibt weiter beim Blaukreuz-Zentrum angestellt. Sie arbeitet im Bereich betreutes Wohnen und in einem Wohnheim an der Schillerstraße, die weiter in Trägerschaft des Blaukreuz-Zentrums bleiben.

Die bisherige Tagesklinik des Blaukreuz-Zentrums an der Kunoldstraße, die 22 Behandlungsplätze bietet, soll erhalten bleiben. Sie werde allerdings künftig als Außenstandort von der Fürstenwalder Suchtklinik betrieben.

In den vergangenen Jahren habe sich gezeigt, dass die Nachfrage für zwei stationäre Kliniken in unmittelbarer Nähe nicht hoch genug sei, sagte Carsten Schramm, kaufmännischer Leiter der Kasseler Suchtklinik. Daher sei es sinnvoll, wenn nur noch die Klinik Fürstenwald die Nachfrage in Nordhessen decke. Damit werde dieser Standort gestärkt.

Die Deutsche Rentenversicherung, die Kostenträger ist, hat bereits der Übertragung des Versorgungsauftrags an die Klinik in Fürstenwald zugestimmt.

Weil der Klinikbetrieb in Wilhelmshöhe nicht wirtschaftlich gewesen sei, so der kaufmännische Leiter Schramm, habe die Geschäftsführung in den vergangenen Jahren zunächst eine Sanierung des Betriebs versucht. Trotz anteiliger Gehaltsverzichte der Mitarbeiter und weiterer Zuschüsse durch die Gesellschafter sei dies aber nicht gelungen.

Das Klinikgebäude an der Landgraf-Karl-Straße wird nicht verkauft werden. „Es soll für die Fortführung diakonischer Arbeit vermietet werden“, sagte eine Sprecherin.

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