Erste Entwürfe präsentiert

Burgfeld-Krankenhaus weicht fünf Wohnhäusern

So ungefähr soll es werden: Der im Ortsbeirat präsentierte Entwurf für die neue Wohnbebauung auf dem Areal des heutigen Burgfeld-Krankenhauses an der Wigandstraße. Die alte Villa Viktoria (oben Mitte) wird erhalten und wiederhergestellt. Illustration: Ohlmeier Architekten

Kassel. Fünf Häuser mit insgesamt 35 Eigentumswohnungen sollen auf dem Areal des Burgfeld-Krankenhauses an der Wigandstraße im Kasseler Stadtteil Bad Wilhelmshöhe entstehen.

Der Klinikbetrieb wurde von der Diakonie aufgegeben und das 5000 Quadratmeter große Areal inzwischen von der Braunschweiger Kanada Bau AG gekauft. Diese will einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag in das Projekt investieren. Am Donnerstag wurde das Vorhaben erstmals öffentlich im Ortsbeirat Wilhelmshöhe präsentiert.

Die Pläne des beauftragten Kasseler Architekten Hans-Georg Ohlmeier sehen vor, dass nach dem Abriss der Klinik im nächsten Jahr fünf moderne Wohngebäude entstehen. Ohlmeier versicherte dem Ortsbeirat, dass sich diese in die historische Bebauung des Umfelds sensibel einfügen werden. Er machte auf Nachfrage von Anwohnern aber deutlich, dass er keine Retro-Architekturen entwerfe, sondern mit modernen Mitteln die Gestaltungselemente der historischen Siedlung aufnehmen wolle. Bislang gebe es nur Entwürfe, eine abschließende Gestaltung brauche noch Zeit.

Historische Villa herstellen

Nur die in dem Krankenhauskomplex aus den 1970er-Jahren eingebundene historische Villa Viktoria soll erhalten und wieder in ihren ursprünglichen Zustand versetzt werden. Drei der Neubauten entstehen an der Wigandstraße, jeweils ein Wohngebäude an der Burgfeldstraße und am Küperweg.

Bleibt erhalten: Die alte Villa Viktoria an der Klinik.

Unter dem Areal soll eine Tiefgarage mit etwa 50 Stellplätzen für die Bewohner entstehen. Oberirdisch ist zwischen den Gebäuden eine große Gartenanlage vorgesehen. Bisher sei das Gelände zu 85 Prozent durch den Klinikbau versiegelt, zukünftig werde über die Hälfte Grünfläche sein, sagte Ohlmeier.

Volker Mohr, Leiter des Stadtplanungsamtes, stand dem Ortsbeirat ebenfalls Rede und Antwort. Aus seiner Sicht sei die Entwicklung des Projekts auf einem guten Weg. Die Vorgaben, die in der neuen Gestaltsatzung für den Mulang verankert sind, würden „fast alle“ erfüllt.

Die Anwohner waren besonders an der Dauer der Abbrucharbeiten der Klinik interessiert. Projektleiter Frank Becker von Kanada Bau sagte, für den im Sommer 2015 geplanten Rückbau würden etwa zwei Monate kalkuliert. Wann mit den Bauarbeiten begonnen werden könne, hänge davon ab, wann Baurecht bestehe. Man hoffe, dass es im Herbst 2015 so weit sei.

Verkaufspreis noch unklar

In welchem Preissegment die Eigentumswohnungen angeboten werden sollen, konnte Becker von Kanada Bau noch nicht sagen. Dies hänge von der letztlichen Höhe der Baukosten ab. Ortsvorsteherin Anna Lipschik (Grüne) äußerte die Hoffnung, dass der Wohnraum für Familien geeignet sei. Am Mulang gebe es bislang wenig Familien. Laut Becker sollen es „keine Ein- oder Zwei-Zimmer-Apartments“ werden. Neben Kanada Bau sind Koch Steinhaus und Heindrich Immobilien als Projektentwickler mit im Boot.

Hintergrund: Kanada Bau in Kassel bereits aktiv

Die Braunschweiger Kanada Bau AG hat in Kassel bereits Bauprojekte realisiert. Im Frühjahr 2014 hatte das Unternehmen das neue Sport- Scheck-Gebäude auf dem Königsplatz (früher Overmeyer) für 15 Mio. Euro fertiggestellt. 2009 baute sie den Obi Markt auf dem ehemaligen Gelände der Binding-Brauerei an der Hafenstraße. Damals hatte Kanada Bau 13 Mio. Euro investiert. Die Kanada Bau Gruppe wurde 1975 gegründet.

Von Bastian Ludwig

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