Zunächst Entscheidung über Neubaupläne

Burgfeld-Krankenhaus wird voraussichtlich erst 2016 zurückgebaut

Wird wohl noch bis nächstes Jahr stehen: Das inzwischen leer geräumte Burgfeld-Krankenhaus an der Wigandstraße. Archivfoto:  Koch

Kassel. Eigentlich sollte das 1972 gebaute Burgfeld-Krankenhaus an der Wigandstraße in Wilhelmshöhe schon im Sommer abgerissen werden. Nun verzögern sich die Planungen.

„Wir müssen noch Unterlagen zum Abrissantrag bei der Stadt nachliefern, aber hoffen, noch im Oktober eine Abrissgenehmigung zu erhalten“, sagt Frank Becker vom Braunschweiger Investor Kanada Bau. Auch bei der Stadt heißt es, dass die Abbruchgenehmigung vermutlich Mitte Oktober erteilt werden könne.

Bis der Plattenbau fällt, wird es aber dennoch höchstwahrscheinlich bis nächstes Jahr dauern. Denn der Investor will erst mit den Arbeiten beginnen, wenn er grünes Licht für sein geplantes Wohnungsbauvorhaben mit fünf Stadtvillen und dem Umbau einer bestehenden ehemaligen Klinik-Villa auf dem 5000 Quadratmeter großen Gelände bekommt. Insgesamt sollen 35 Eigentumswohnungen auf dem Areal entstehen.

„Wir reißen erst ab, wenn wir Baurecht für den Neubau bekommen. Wir würden natürlich gern so schnell wie möglich beginnen, aber wir benötigen erst rechtliche Sicherheit für unser Vorhaben. Dazu müssen unter anderem die Stadtverordneten eine Entscheidung treffen. Ich finde, die jetzige Situation mit dem Krankenhaus ist mit Sicherheit ein Schandfleck“, sagt Becker. Der Klinikbau steht seit Anfang des Jahres leer.

So soll das Areal künftig aussehen: Wo bislang noch das Burgfeld-Krankenhaus steht, sollen fünf Stadtvillen gebaut und die alte Viktoria-Villa (oben Mitte) saniert werden. Illustration: Ohlmeier Architekten

Bis es grünes Licht für den Bauherrn gibt, wird es noch etliche Wochen dauern. Der Bebauungsplanentwurf sei bereits öffentlich ausgelegt worden, aber nun müssten im Rathaus zunächst die dazu eingegangenen Stellungnahmen der Behörden und Bürger ausgewertet werden, teilt ein Stadtsprecher mit. Sollte es gravierende Einwände geben, müsste der vorhabenbezogene Bebauungsplanentwurf sogar noch mal überarbeitet werden. Sollte dies nicht der Fall sein, werde den städtischen Gremien ein Abwägungsvorschlag zum Bebauungsplan unterbreitet.

Ortsvorsteherin Anja Lipschik (Grüne) sieht von Seiten des Investors „ein großes Bemühen, das große Areal gut zu gestalten“. Dies reiche einigen Anwohnern aber nicht aus. Klar sei aber auch, dass eine „Retro-Architektur“ in Anlehnung an die alten Villen im Umfeld auch keine adäquate Lösung sei. „Unter dem Strich ist das Neubauvorhaben gut – trotz aller auch berechtigten Kritik im Detail“, sagt Lipschik. Es sei „ein Gewinn“ für den Stadtteil, dass ein Investor gefunden wurde, der das alte Krankenhaus auf eigene Kosten abreißt, den Schutt entsorgt und die Fläche bebaut.

Zur Investitionssumme wollte sich Investor Kanada Bau, der 2014 auch das „Sport Scheck“-Haus am Königsplatz errichtet hatte, nicht äußern. Es soll sich aber um einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag handeln.

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