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Chance für Herkules-Tram: Nun wird ein Verkehrskonzept entwickelt

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Herkulesbahn
So könnte es werden: Fast bis zum Besucherzentrum (Bildmitte) fährt die neue Herkulesbahn. Bis zu Kassels Wahrzeichen sind es für Besucher dann nur noch wenige Schritte. Jetzt wird geprüft, ob die Herkulestram in die Tat umgesetzt werden kann. © Grafik: Privat/nh

Die Kasseler Stadtverordneten haben mit einstimmigem Beschluss die Weichen für eine neue Herkulesbahn gestellt. Zuvor sind die Chancen für eine Straßenbahnverbindung bis zum Besucherzentrum gestiegen.

Der Grund: Das hessische Wirtschaftsministerium gibt Fördergeld, um stillgelegte Bahnstrecken für den öffentlichen Verkehr zu reaktivieren. Ab 2020 sind jedes Jahr 50 Millionen Euro im Fördertopf für kommunale Bus- und Bahnvorhaben.

Kassel Wilhelmshöhe: Tram am Herkules

Seit Jahren gibt es die Idee, die 1966 eingestellte Herkulesbahn als moderne Niederflurtram zu reaktivieren. Dies wäre nach Einschätzung von Fachleuten technisch und betrieblich möglich. Die neue, 3,2 Kilometer langen Schienenstrecke zwischen dem Druseltal und dem Herkules würde schätzungsweise 20 Millionen Euro kosten. Durch Landeszuschüsse sehen viele Befürworter jetzt eine Realisierungschance.

Weil der Bergpark Wilhelmshöhe seit 2013 Weltkulturerbe ist, wird mit viel mehr Fahrgästen gerechnet als in einer Studie aus dem Jahr 2010. Die war damals zu dem Schluss gekommen, dass es zu wenige Fahrgäste für einen wirtschaftlichen Betrieb gebe. Das hat sich mit dem Weltkulturerbe geändert.

Der Besucherzustrom sorgt für erhebliche Verkehrsprobleme. Deshalb soll der Magistrat jetzt nach dem Willen der Stadtverordneten ein Verkehrskonzept für die touristische Erschließung des Bergparks entwickeln. Im Blickpunkt steht dabei der öffentliche Nahverkehr. Für das Verkehrskonzept auch den Bau einer Seilbahn zu untersuchen, wie FDP, Freie Wähler und Piraten gefordert hatten, lehnte die Mehrheit der Stadtverordneten endgültig ab.

Herkulesbahn in Kassel

Die Seilbahn-Idee hatte über viele Jahre der Kasseler Immobilien-Kaufmann Achim Wickmann verfolgt, der vor zwei Jahren gestorben war. Weil sich eine Seilbahn nicht konfliktfrei in den Bergpark einfügen ließe, gilt diese Erschließungsvariante als gefährlich für das Weltkulturerbe und stößt auf breite Ablehnung.

Von Jörg Steinbach

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