Ikea zahlt für Bäume als Entschuldigung

Tannenchaussee im Bergpark wird wieder hergestellt

Bepflanzung: Vorne von links Kati Schröter (Ikea), Patrick de Rose (Ikea-Manager Kassel) und Andreas Pohl (ehemaliger Manager). Dahinter v. links Mhk-Sprecherin Lena Pralle, Florian Kahl und Lutz Leutner (beide Mhk)
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Bepflanzung: Vorne von links Kati Schröter (Ikea), Patrick de Rose (Ikea-Manager Kassel) und Andreas Pohl (ehemaliger Manager). Dahinter v. links Mhk-Sprecherin Lena Pralle, Florian Kahl und Lutz Leutner (beide Mhk)

Was mit einem Disput zwischen Ikea und der Museumslandschaft Hessen-Kassel (Mhk) begann, endete versöhnlich und zum Vorteil des Kasseler Bergparks.

Kassel - Vor einem Jahr hatte Ikea Kassel zu seinem 40. Geburtstag nachts den Herkules mit Werbung angestrahlt. Die Aktion war von der Museumslandschaft Hessen-Kassel (Mhk) nicht genehmigt worden. Als Wiedergutmachung finanziert Ikea nun die Aufforstung der historischen Tannenchaussee, die oberhalb des Aquädukts beginnt und sich auf 780 Metern bis zur Neptungrotte am Ende der Kaskaden erstreckt.

Die 1789 unter Wilhelm IX. fertiggestellte Tannenchaussee war schon seit einigen Jahren kaum mehr als solche zu erkennen. 2019 waren die letzten verbliebenen 100 Bäume gefällt worden. Die bis zu 160 Jahre alten Exemplare waren der Trockenheit und dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen. Mithilfe der Ikea-Zahlung in Höhe von 16 000 Euro sollen in den kommenden Jahren wieder 800 Bäume an der Chaussee gepflanzt werden.

Anders als deren Name vermuten lässt, bestand sie schon immer nicht nur aus Tannen. Neben Weißtannen standen dort auch seit Beginn Rotfichten. Beide Arten sollen gepflanzt werden. Ergänzt werden sie durch Orientfichten, die mit den trockenen Sommern besser klarkommen.

Gestern begannen Mitarbeiter von Ikea gemeinsam mit Mhk-Personal, die ersten 30 Bäume zu pflanzen. Bis Ende des Jahres sollen zumindest wieder 80 Bäume stehen. Der Rest folge in den nächsten Jahren, sagt Florian Kahl, der für die Gärten der Mhk zuständig ist.

Der ehemalige Kasseler Ikea-Marktmanager Andreas Pohl, der zum Zeitpunkt der außergewöhnlichen Werbeaktion verantwortlich war, sprach von einer „tollen Vereinbarung mit der Mhk“. Er habe sich schon bei der illegalen Anstrahlung des Herkules gedacht, dass dies ein Nachspiel haben werde. Es sei gut, dass dieses Nachspiel dem Bergpark zu Gute komme.

Mhk-Sprecherin Lena Pralle weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass die Geldzahlung in Höhe von 16 000 Euro auch „wehtun solle“, um Nachahmer abzuschrecken.

Das Geld soll nun in die Nachpflanzung fließen. Allein 2020 mussten 400 Bäume und andere Gehölze im Bergpark wegen der Trockenheit gefällt werden. Die Tannenchaussee soll künftig wieder vom Oktogon des Herkules und aus der Stadt als dunkelgrüne Linie im Wald erkennbar sein. (Bastian Ludwig)

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