Figur in der chinesischen Pagode des Bergparks wird am Sonntag gezeigt

Der Buddha von Bad Wilhelmshöhe lächelt wieder

Der lächelnde Buddha: Die beschädigte Figur wurde als Replik wieder hergestellt. Sie ist in der chinesischen Pagode im Bergpark bei Führungen zu sehen.
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Der lächelnde Buddha: Die beschädigte Figur wurde als Replik wieder hergestellt. Sie ist in der chinesischen Pagode im Bergpark bei Führungen zu sehen.

Er ruht in sich selbst, strahlt Gelassenheit aus und lächelt dazu freundlich. Der rekonstruierte Buddha in der chinesischen Pagode ist eine neue Attraktion im Bergpark Wilhelmshöhe. Und das, obwohl es die Figur eigentlich schon seit dem 18. Jahrhundert gibt. Doch lange Zeit war der Buddha nur ein Schatten seiner selbst. 1944 wurde die Pagode aufgebrochen, es gab erhebliche Schäden.

Kassel - Der Zahn der Zeit hat dann weiter an der Figur genagt. Durch die finanzielle Unterstützung des Vereins Bürger für das Welterbe konnte der Buddha mit einer Replik nach historischem Vorbild zu neuem Leben erweckt werden. Ein Projekt, das sich über viele Jahre hinzog und von dem Kasseler Bildhauer Sigi Böttcher umgesetzt wurde.

Der neue Buddha wurde am Donnerstag erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. „Wir sind froh, dass wir ein solches Kleinod endlich wieder zeigen können“, sagte Brigitte Bergholter, die Vorsitzende des Welterbevereins, der vor Kurzem sein 20-jähriges Bestehen gefeiert hat. Zahlreiche Unterstützer hätten dazu beigetragen, dass man für die Sanierung der Pagode und den Buddha insgesamt 22 000 Euro zur Verfügung stellen konnte. Auch die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) hat ihren Teil dazu beigesteuert. MHK-Direktor Martin Eberle bedankte sich für die großzügige Unterstützung. Und sagte zu, eine Anregung zu überprüfen. Denn die farbenfrohe Replik des Buddhas wird nur gelegentlich zu sehen sein. Wer das möchte, sollte am Tag des offenen Denkmals einen Besuch im Bergpark einplanen. Am kommenden Sonntag, 12. September, wird die Pagode von 14 bis 16 Uhr geöffnet sein. Ansonsten kann man den Buddha nur bei Führungen erleben.

Früher war das einmal anders. Menschen, die schon etwas länger in Kassel leben, kennen die Geschichte wahrscheinlich. Durch ein Schlüsselloch konnte man den lächelnden Buddha beobachten. Es gibt Zeitzeugen, die schwören Stein und Bein, dass sich der Buddha dann auch bewegt habe. Ganz leicht nur, aber wahrnehmbar. Das könnte natürlich auch an der etwas unbequemen und wackligen Beobachtungsposition gelegen haben. Wie dem auch sei. Sollte es eine technische Lösung geben, die die Ansprüche an ein modernes Sicherheitsschloss mit dem erwünschten Durchblick verbindet, dann könne man darüber reden, sagt MHK-Direktor Eberle.

Rechtzeitig zur Fertigstellung der Skulptur hat der Welterbeverein eine Dokumentation zur Pagode und dem Buddha sowie den Instandsetzungsarbeiten veröffentlicht. Die Broschüre mit vielen Abbildungen ist für 8,50 Euro unter anderem im Museumsshop im Schloss Wilhelmshöhe erhältlich. (Thomas Siemon)

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