Wohnraum für Menschen mit und ohne Behinderung

Ehemalige Suchtklinik in Kassel wird zu Wohnprojekt

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Umbau ehemaliges Blaukreuz-Zentrum, Landgraf-Karl-Straße, Baunataler Diakonie Kassel, Jan Röse und Steffen Knoop (re.).

Noch sind die Bauarbeiter zu Gange, doch schon ab November soll in die große Villa an der Landgraf-Karl-Straße 22 wieder Leben einkehren.

Aus dem ehemaligen Blaukreuz-Zentrum, wo bis 2017 Suchtkranke behandelt wurden, wird ein inklusives Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung. Aus dem ehemaligen Blaukreuz-Zentrum, wo bis 2017 Suchtkranke behandelt wurden, wird ein inklusives Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung. Die Diakonie-Wohnstätten GmbH, eine Tochter der Baunataler Diakonie Kassel (BDKS), investiert 4,5 Millionen Euro in das Bauprojekt.

Auf dem Areal in Bad Wilhelmshöhe stehen neben der Villa zwei Anbauten sowie ein separates Wohngebäude an der Kunoldstraße 45.

Alle Immobilien der BDKS sind in den Umbau einbezogen. In der denkmalgeschützten Villa wird für die Barrierefreiheit ein gläserner Fahrstuhl eingebaut, um das imposante Treppenhaus in seiner Wirkung nicht zu stören. Die Wandvertäfelungen und sowie die historischen Buntglasfenster werden erhalten, so Jan Röse, Wohnverbundsleiter bei der BDKS. Zudem wurden die alten Kunststofffenster durch Sprossenfenster aus Holz ersetzt und die ursprüngliche Haustür soll rekonstruiert werden.

In die 1914 erbaute Villa, die einst der Kasseler Bauunternehmerfamilie Rennert gehörte, werden im Januar 2020 zwei Wohngruppen für Menschen mit Behinderung einziehen. 13 stationäre Plätze werden dort entstehen.

Unter dem Dach der Villa, in den zwei Anbauten sowie in dem Gebäude an der Kunoldstraße werden zudem sechs barrierefreie Wohnungen für nicht behinderte Menschen eingerichtet, die auf dem freien Wohnungsmarkt vermietet werden sowie sechs Appartements für Betreutes Wohnen für Menschen mit Behinderungen.

„Für die Wohnungen für den freien Wohnungsmarkt, die bereits ab November bezogen werden können, gibt eine Warteliste“, sagt Röse. Die Mieten lägen bei acht bis neun Euro pro Quadratmeter. Für das Betreute Wohnen liegt die Miete auf dem Niveau der Grundsicherung.

Es sei nicht Aufgabe der Mieter, die behinderten Menschen zu betreuen. Das Konzept habe vielmehr zum Ziel, ein tolerantes Miteinander unter einem Dach zu schaffen, sagt Steffen Knoop, Projektverantwortlicher für den Betreuungsbereich.

In das Gebäude an der Kunoldstraße ziehen zudem eine Osteopathin sowie ein Betreuungsbüro ein.

Gehört zum Areal: An der Kunoldstraße gibt es sechs Wohnungen für Menschen mit und ohne Behinderung.

Das Bauprojekt wird von der Diakonie Hessen und dem Landeswohlfahrtsverband unterstützt. Aktuell schafft die BDKS am Kleinen Holzweg in Wehlheiden und in Waldau ebenfalls neue Wohnungen für ihre Klienten. Um den Inklusionsgedanken umzusetzen, sei es das Ziel, große Wohnheime aufzulösen und stattdessen kleineren Einheiten zu schaffen, die in die Stadtteile eingebettet sind, erläutert Röse.

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