Kritik von Kasseler Linken

Seniorenwohnanlage Augustinum: Bau eines vierten Turms möglich

Vierter Turm schon länger geplant: Das Augustinum hatte einst Erweiterungspläne und will diese nicht ganz aufgeben. Archivfoto: Fischer

Bad Wilhelmshöhe. Die Seniorenwohnanlage Augustinum im Druseltal hat seit Jahren Erweiterungspläne für einen vierten Turm in der Schublade.

Dort sollen sie auf HNA-Anfrage beim Unternehmen vorerst auch bleiben. Derzeit sei ein Ausbau nicht akut.

„Die grundsätzlichen Planungen liegen aber bereit und werden von uns auch nicht zur Disposition gestellt“, sagte ein Sprecher des Augustinums. Daran übt die Kasseler Linke Kritik. Sie fordert aus Naturschutzgründen keine weitere Bebauung des Druselgrünzuges.

Die Stadt Kassel will an den grundsätzlichen Plänen des Augustinums nicht rütteln. Die Erweiterungspläne für einen vierten Turm würden nicht infrage gestellt – dies sei zwischen der Stadt und dem Augustinum abgestimmt, teilte ein Stadtsprecher mit.

Musste Ende der 1960er-Jahre weichen: Das 1894 erbaute Sanatorium Goßmann stand dort, wo heute das Augustinum steht.

Die Linken indes hatten im Ausschuss fürStadtentwicklung bereits eine Aufhebung des Bebauungsplans gefordert. Nach Rücksprache mit Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) habe er diesen Antrag aber wieder zurückgezogen, sagte Linken-Fraktionsvorsitzender Norbert Domes. Nolda habe ihm versichert, die Pläne des Augustinums seien ohnehin zu alt und deshalb nicht mehr rechtskräftig. An Noldas Einschätzung habe sich nun offenbar etwas geändert.

In den Jahren 2002 und 2003 war in der Stadt über den Neubau eines 13-stöckigen Gebäudes für 100 weitere Seniorenwohnungen beraten worden. 2004 sollte mit dem Bau begonnen werden, einen entsprechenden Architektenentwurf gab es bereits.

Geplant war ein Hochhaus auf Stelzen, unter dem die Drusel hindurchfließen sollte. Auch der Ortsbeirat Wilhelmshöhe hatte seinerzeit seinen Segen zum Projekt gegeben. Verbunden wurde damit die Hoffnung, dass in dem Zuge auch die Fassaden der drei anderen Türme umgestaltet werden.

Gebaut wurde das Augustinum zwischen 1968 und 1970 von der Senioren-Wohnsitz-Nord KG. Um für die drei Türme Platz zu schaffen, wurde zuvor das 1894 eingeweihte Sanatorium Goßmann abgerissen. Erbauer war der Wehlheider Heinrich Goßmann, der seinerzeit seine Naturheilanstalt an den Habichtswald verlegt hatte. Das Gebäude hatte den Zweiten Weltkrieg weitestgehend überstanden.

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