Viele Beschwerden von Anwohnern

Zu viele Elterntaxis: Schleichweg zur Kasseler Waldorfschule wird gesperrt

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Typische Situation: Am Eingang der Waldorfschule von der Hunrodstraße fahren morgens und nach Schulschluss zahlreiche Autos von Eltern vor. 

Viele Schüler kommen mit dem Elterntaxi zur Schule. Die Stadt Kassel will nun einen Schleichweg zur Waldorfschule in Bad Wilhelmshöhe teilweise sperren. Kann dies das Problem lösen? 

Es ist jeden Morgen und nach Schulschluss das gleiche Bild. Am Hintereingang der Freien Waldorfschule in Bad Wilhelmshöhe fahren zahlreiche Autos vor. Das Elterntaxi ist für einen nicht geringen Teil der 850 Schüler das schnellste und bequemste Fortbewegungsmittel. 

Schulleitung und Elternvertreter wollen jetzt einen erneuten Anlauf machen und die Alternativen verstärkt ins Bewusstsein rücken. „Wir haben ein Interesse daran, dass der Schulweg zu uns ökologischer, sicherer und weniger belastend für die Anwohner wird“, sagt Jochen Henn, der Geschäftsführer der Waldorfschule.

Schleichweg wird teilweise gesperrt

Eine erste konkrete Maßnahme soll bereits in diesen Tagen umgesetzt werden. Die Stadt Kassel hat angekündigt, dass die Feldbergstraße als bislang beliebtester Schleichweg zur Schule teilweise gesperrt werden soll. 

Nach Beschwerden von Anwohnern über die hohe Belastung habe es Verkehrszählungen gegeben. Demnach waren hier deutlich mehr Autos unterwegs als in den Parallelstraßen. In einer vierwöchigen Versuchsphase soll jetzt geklärt werden, wie sich ein Durchfahrtsverbot für Autos auf halber Höhe der Feldbergstraße auswirkt.

Das Durchfahrtsverbot in Richtung Hunrodstraße sowie in Richtung Odenwaldstraße beginnt jeweils hinter dem Abzweig zur Ringgaustraße. Fahrräder dürfen hier nach wie vor durchfahren.

Auch Beschwerden rund um andere Schulen

„Das ist natürlich nicht nur ein Problem der Waldorfschule, auch beim Wilhelmsgymnasium und rund um die Heidewegschule gibt es Beschwerden“, sagt Ortsvorsteherin Anja Lipschik (Grüne). Man müsse immer wieder versuchen, durch Appelle an Eltern und Schüler Veränderungen herbeizuführen.

Möglicherweise gibt es ja auch Anregungen durch die aktuelle Klimadebatte und die Freitagsproteste von Schülern. Darauf setzen auch die Verantwortlichen der Waldorfschule. „Wir haben zum Glück eine Straßenbahnhaltestelle direkt vor der Schule, die auch sehr gut genutzt wird“, sagt Jochen Henn. Auch mit dem Fahrrad und zu Fuß kämen viele Schüler.

Zwischenbilanz im Sommer 

Angesichts des großen Einzugsgebiets der Schule bis weit in den Landkreis und darüber hinaus gebe es aber nicht immer brauchbare Verbindungen mit dem öffentlichen Nahverkehr. Im Sommer wollen Stadt, Ortsbeirat, Anwohner und Schule eine Zwischenbilanz ziehen. 

Ziel ist es, dass sich die Verkehrssituation im Quartier zwischen Brabanter Straße, Hugo-Preuß-Straße und Druseltalstraße spürbar entspannt. Dazu können viele einen Beitrag leisten.

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