Entscheidung bis Ende des Jahres

Das Ende von Parkproblemen im Bergpark: Einsatz für Herkulesbahn

Mögliche Streckenführung: So stellt sich der Förderverein eine moderne Herkulesbahn mit einer Wendeschleife vor dem Besucherzentrum vor. Grafik:  Förderverein/nh

Kassel. Die erste komplette Wasserspielsaison nach der Anerkennung des Bergparks als Weltkulturerbe hat Kassel einen deutlichen Schub im Tourismus gebracht.

870.000 Übernachtungen bedeuten einen Rekord für ein Jahr ohne documenta. Auch der Andrang der Tagestouristen und der Besucher aus der näheren Umgebung hat spürbar zugenenommen. Nach Einschätzung des Fördervereins Neue Herkulesbahn ist es deshalb höchste Zeit für ein überzeugendes Konzept zur Erschließung des Bergparks. Eine sinnvolle Alternative zur Blechlawine durch das Druseltal sei die Verlängerung der Straßenbahnlinie 3 bis zum Herkules.

Seit vier Jahren gebe es einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung mit der Aufforderung an den Magistrat, Verhandlungen mit dem Land über die Finanzierung zu führen. Jetzt müsse das ein grüner Stadtbaurat Christof Nolda mit einem grünen Verkehrsminister Tarek Al Wazir endlich angehen,

Lexikonwissen: Die Herkulesbahn im Regiowiki

fordert Wolfgang Kann vom Vorstand des Fördervereins. Diese Gespräche laufen nach Angaben von Baudezernent Nolda bereits. Dabei gehe es um die Förderfähigkeit einer Verlängerung der Straßenbahnlinie sowie um die Betriebskosten einer modernen Herkulesbahn. Nolda will bis zum Jahresende ein Ergebnis dieser Verhandlungen präsentieren.

Zu den Erfolgsaussichten äußert er sich bislang nicht. Das Projekt hat aber offenbar so viel Potential, dass man weiter darüber verhandelt. Schon jetzt übertreffen die Besucherzahlen im Bergpark nach Einschätzung des Fördervereins alle Prognosen deutlich. Selbst im Winter sei der Herkules ein beliebtes Ausflugsziel. Die Straßenbahn könne einen Großteil dieser Besucher umweltfreundlich befördern.

Für weniger Autos im Bergpark tritt auch der Verein Bürger für das Welterbe ein. Der spricht sich dafür aus, dass der Tourismus zwischen Herkules und Schloss nicht zunehmend zu einer Belastung wird. „Die Unversehrtheit des weltweit einmaligen Erbes muss gewahrt werden“, sagt Gisela Wiegand vom Vorstand des Vereins. Die aktuelle Herausforderung bestehe darin, die Besucherströme zu lenken.

Der Verein setzt sich zudem für eine gemeinsame Werbeplattform ein. Mit dem Bergpark, den Handexemplaren der Grimmschen Hausmärchen, den Buchenwäldern im Nationalpark Kellerwald-Edersee und dem Archiv des Internationalen Suchdienstes in Bad Arolsen sei Nordhessen vierfach in der Welterbeliste vertreten. Dafür könne man noch mehr Aufmerksamkeit schaffen.

Historische Aufnahmen der Herkulesbahn:

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.