Freibad Wilhelmshöhe: Sanierung erst später?

Negative Haushaltsprognose für 2014: Die Sanierung des Freibads in Bad Wilhelmshöhe könnte sich deshalb um ein weiteres Jahr verschieben. Archivfoto:  Schachtschneider/Charterflug Knabe

Kassel. Die Sanierung des Freibades Wilhelmshöhe sollte eigentlich 2016 starten. In der entsprechenden Vereinbarung hatten die Stadtverordneten aber beschlossen, dass dies nur der Fall ist, wenn der Haushalt 2014 mit einem positiven Ergebnis abschließt.

Danach sieht es derzeit nicht aus, wie Kämmerer Jürgen Barthel (SPD) in der jüngsten Finanzausschusssitzung noch mal betonte. Zuletzt hatte er für 2014 mit einem Defizit von 21,2 Mio. Euro kalkuliert.

Welche Folgen das für die Freibadsanierung hat, ist noch unklar. Barthel, der gleichzeitig Bäderdezernent ist, erwähnte zwar, dass der Förderverein des Bades bereits die Sanierung des von ihm übernommenen Freibad-Cafés begonnen habe, welche Auswirkungen ein Defizit für den Gesamtplan habe, sagte er aber nicht. Er verwies nur auf seinen Haushaltsbericht.

Negative Haushaltsprognose

Darin ist zu lesen, dass unter anderem wegen eines sinkenden Gewerbesteueraufkommens mit einem negativen Abschluss zu rechnen sei. Auch in seiner jüngsten Rede zum Haushaltsentwurf sagte Barthel: „Einen Ausgleich des ordentlichen Ergebnisses oder einen Überschuss wie in 2013 halte ich aus heutiger Sicht für 2014 als nicht mehr erreichbar.“

Wird vom Förderverein in Eigenregie saniert: Das Café am Freibad. Archivfoto:  Malmus

SPD-Fraktionschef Christian Geselle teilte auf HNA-Anfrage mit, dass seine Fraktion grundsätzlich hinter den Sanierungsplänen stehe. „Sollte der Haushalt 2014 tatsächlich mit einem Minus abschließen, müssen wir neu über den Beschluss verhandeln“, sagte Geselle.

Ob dies etwa bedeutet, dass die Sanierung des Bades noch mal um ein Jahr verschoben wird, dazu wollte sich der SPD-Fraktionschef nicht äußern. Schließlich müsse auch der Förderverein des Freibades bis April 2015 noch seinen Anteil zur Sanierung sicherstellen. 700.000 Euro solle der Verein beisteuern. Dies sei noch nicht erreicht, so Geselle. Die Stadt selbst will insgesamt 3,3 Mio. Euro in das Bad investieren.

Der Fördervereinsvorsitzende Kuno Hottenrott sagte, dass er weiter vom Sanierungsstart 2016 ausgehe. Die Spendenakquise laufe und der Verein habe bisher über 100.000 Euro zusammen. Zudem werde in Eigenleistung derzeit das Café instand gesetzt.

CDU-Fraktionschef Norbert Wett appelliert an den Magistrat, an den bisherigen Plänen festzuhalten – auch wenn die Vereinbarung wegen des erwarteten Defizites neu gefasst werden müsse. „Eine Menge Leute engagiert sich für das Bad, das wirklich toll werden kann“, sagte Wett.

Unterdessen ist der Sanierungsplan für das Harleshäuser Bad ungefährdet. Mit den Arbeiten soll 2015 begonnen werden. Die erste Rate von 600 000 Euro steht im Haushalt. Noch sei aber unklar, wie die Sanierung ausfalle, sagte Bäderdezernent Barthel. Sollte der Förderverein nicht das nötige Spendengeld zusammenbekommen, werde die Basis-Variante mit 25-Meter-Becken gebaut.

Von Bastian Ludwig

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