130.000 Euro Spenden für historisches Gebäude

Freibad Wilhelmshöhe: Verein rettet Café vor Abriss

Aus der Luft: Die Aufnahme aus dem Sommer zeigt das Cafégebäude mit den großen Terrassen. Auch die will der Förderverein sanieren. Fotos:  Schachtschneider

Bad Wilhelmshöhe. Den Sanierungsbedarf hatten die Städtischen Werke mit knapp 300.000 Euro angesetzt. Das Geld für das Cafégebäude auf dem Gelände des Freibades Wilhelmshöhe wollte niemand in die Hand nehmen.

Stattdessen sollte das markante Haus abgerissen werden. Jetzt steht fest, dass das Café erhalten bleibt. Der Förderverein hat es für den symbolischen Preis von einem Euro gekauft und bereits große Fortschritte bei der Sanierung gemacht. „Das Dach ist dicht, die Fenster auch, und die Heizung läuft“, sagt Kuno Hottenrott, der Vorsitzende des Fördervereins Freibad Wilhelmshöhe. Mit gut 130.000 Euro haben zahlreiche Spender das Projekt unterstützt. Zuletzt gab es gleich 10.000 Euro von der Wahlershäuser Baufirma Rennert, die in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen feierte.

1000 Arbeitsstunden

Auf etwa 1000 Arbeitsstunden kommen die Mitglieder des Fördervereins, die in den vergangenen Wochen vieles in Eigenleistung geschafft haben. Schon im Eingangsbereich mit dem neuen Schild neben der Tür kann man erkennen, dass die Zeiten des Verfalls vorbei sind. Auf der Etage, in der früher das Café betrieben wurde, hat der Verein eine Küche eingebaut, den Thresen erneuert und die Wände gestrichen. Hier können bereits Versammlungen und auch private Feste stattfinden. Geplant sei es, einen Treffpunkt für den Stadtteil anzubieten. Im Obergeschoss hat der Verein, der aktuell 760 Mitglieder zählt, Büro- und Besprechungsräume. Über die Wintermonate soll der Innenausbau fortgesetzt werden.

Im Frühjahr geht es dann draußen weiter. Ziel ist es, die großen Terrassen ebenfalls zu sanieren. Hier könnten dann auch Tische für Cafébesucher stehen. Das ist für die Zeit nach der Schwimmbadsanierung geplant. „Wir sind optimistisch, dass das alles wie geplant läuft“, sagt Kuno Hottenrott. Er appelliert an alle, die sich dem Bad verbunden fühlen, dafür zu spenden. Die Sanierung im direkten Umfeld des Cafés will der Verein Übernehmen. Dazu sind noch mindestens 100.000 Euro nötig.

Klar ist, dass der in Eigenregie betriebene Kiosk im Untergeschoss des Cafégebäudes zur neuen Schwimmbadsaison wieder öffnen wird. Das wird dann nach dem derzeitigen Stand der Planungen die letzte Saison vor der Komplettsanierung des Bades sein. Mit einer weiteren Spendenaktion will der Verein dafür sorgen, dass eine drei Meter breite Rutsche als Attraktion für Kinder eingebaut wird.

Sanierung in Etappen

Sowohl das Freibad Wilhelmshöhe als auch das Bad in Harleshausen müssen dringen saniert werden. Für beide Bäder haben die Stadtverordneten je 3,3 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Kosten darüber hinaus sollen die jeweiligen Fördervereine übernehmen. Nach dem bisherigen Zeitplan ist Harleshausen im kommenden Jahr an der Reihe, Bad Wilhelmshöhe im Jahr 2016. Die Zusage für 2016 gilt nur, wenn sich der städtische Haushalt weiter positiv entwickelt. Zuletzt hatte Kämmerer Barthel erstmals einen möglichen Überschuss in Millionenhöhe angekündigt. (tos)

Weitere Informationen gibt es hier.

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