Früheres Bundesarbeitsgericht an Unternehmen aus Fulda verkauft

Gehört nun einem Investor aus Fulda: Der Gebäudeflügel links, der vorgelagerte Flachbau (frühere Kantine) und die Villa rechts wurden vom Bund verkauft. Hinten rechts ist ein Flügel des Bundessozialgerichts zu sehen, das vom Verkauf nicht betroffen ist. Fotos: Ludwig

Kassel. Ein langer Leerstand in bester Lage könnte  bald der Vergangenheit angehören: Die Gebäude des früheren Bundesarbeitsgerichts sind seit 16 Jahren fast durchgehend ungenutzt.

Nun wurde das Areal, das direkt an das Bundessozialgericht angrenzt, an einen Investor aus Fulda verkauft. Dies teilte die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben auf HNA-Anfrage mit.

Lexikonwissen: Das Bundesarbeitsgericht im Regiowiki

Was der Investor aus der Immobilie des alten Bundesarbeitsgerichts, das 1999 nach Erfurt gezogen war, inklusive eines Kantinenflachbaus und der 1937 erbauten Generalsvilla machen will, ist noch unbekannt. Noch steht eine Abstimmung mit der Stadtplanung aus. Nach HNA-Recherchen handelt es sich beim Käufer um einen Unternehmer, der bereits mehrere Wohnanlagen – eine auch in Kassel – errichtet hat. Zudem hat der Investor in Hessen und Bayern mehrere Bürogebäude, Einkaufscenter und Hotel- und Gastronomieprojekte realisiert. Auf HNA-Anfrage war er gestern nicht zu erreichen.

Unter Denkmalschutz: Die ehemalige Generalsvilla wurde auch verkauft.

Über 4000 Quadratmeter Platz bieten Gericht, Kantine und Villa. Für zwei ehemalige Sitzungssäle gelten für den Käufer besondere Auflagen. Wegen ihrer künstlerischen Gestaltung (Wandreliefs) müssen sie erhalten werden. Zum Verkaufspreis wurde nichts bekannt. Ebenfalls strenge denkmalschutzrechtliche Auflagen gelten für die alte Generalsvilla.

Das eigentliche Gerichtsgebäude war erst 1986 in Anlehnung an das benachbarte Bundessozialgericht erbaut worden. Äußerlich ist es kaum von den Gebäudeflügeln des Bundessozialgerichts zu unterscheiden.

Blick ins ehemalige Bundesarbeitsgericht in Kassel 

Nach Auskunft der Stadt sieht der Flächennutzungsplan für das Areal aktuell eine Nutzung für Gemeinbedarf (Gerichte, Krankenhäuser, Schulen) vor. Dieser müsste also bei anderweitiger Verwendung erst geändert werden. Weil kein Bebauungsplan besteht, gilt der Paragraf 34 des Baugesetzbuches, nachdem sich die Bebauung in die Umgebung einfügen muss.

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- Was der Bundesrepublik in Kassel gehört: Gericht wird verkauft

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