Grund soll eine Baustelle sein - die es nicht gibt

Herkules Bergpreis: Oldtimer-Rennen ohne Not abgesagt

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Oldtimer unterwegs im Weltkulturerbe: Der Herkules Bergpreis hatte zuletzt bis zu 50.000 Schaulustige angelockt. Hier ein Foto aus dem Jahr 2015.

Oldtimer-Fans sind enttäuscht: Kurzfristig wurde der 8. Internationale ADAC Herkules Bergpreis abgesagt, der am Wochenende hätte stattfinden sollen. Die Begründung ist seltsam.

Die Veranstalter vom Kurhessischen Motorsport-Club Kassel (KMCK) begründen dies damit, dass sie zu spät von einer baustellenbedingten Sperrung eines Abschnittes der 30 Kilometer langen Strecke erfahren hätten. Doch diese besagte Sperrung in der Ortsdurchfahrt Dörnberg gibt es nun gar nicht. Die Arbeiten waren unlängst von Hessen Mobil verschoben worden.

50 Starter hätten Samstag und Sonntag mit ihren Oldtimern auf dem Rundkurs von Kassel über die Rasenallee nach Dörnberg und Ehlen und weiter über das Hohe Gras zurück nach Kassel unterwegs sein wollen. Mehrere Zehntausend Schaulustige hatten die Rennstrecke in den vergangenen Jahren gesäumt. Doch das nostalgische Automobilspektakel wurde auf 2020 verschoben.

Als Grund dafür teilte der KMCK Anfang dieser Woche schriftlich mit, dass man „erst auf Umwegen“ von der aktuellen Sanierung und Sperrung der Ortsdurchfahrt Dörnberg erfahren habe. Diese sei zentral für den Streckenverlauf. Ein Engpass durch eine Baustellenampel beziehungsweise eine weiträumige Umfahrung von Dörnberg hätte für eine zu große Unterbrechungen der Veranstaltung gesorgt. Aus diesem Grund habe sich der Vorstand des KMCK für die Absage entschieden.

Verwunderung bei Hessen Mobil

Auf HNA-Anfrage bei Hessen Mobil zeigte sich dessen Sprecher gestern verwundert. Es gebe aktuell keine Sperrung der Ortsdurchfahrt und die geplanten Sanierungsarbeiten würden frühestens am 15. Juli gestartet. Über die Verschiebung habe man bereits berichtet.

Die Veranstalter des Bergpreises haben davon aber offenbar nichts mitbekommen. „Wir haben vor etwa fünf Wochen mit Hessen Mobil gesprochen. Damals hieß es noch, Mitte Juni werde die Ortsdurchfahrt gesperrt“, erklärt der Vorsitzende des KMCK, Lothar Brobach.

„Na, da hat uns Hessen Mobil ja ein Ei ins Nest gelegt“, kommentiert Brobach die Verschiebung der Bauarbeiten. Nun sei es aber nicht mehr möglich, die Absage des Rennens wieder aufzuheben. „Wir können wegen der Planung nicht bis kurz vor Veranstaltungsbeginn warten, ob eine Baustelle noch verschoben wird oder nicht“, so Brobach.

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