Aussichtsplattform und Pyramide geöffnet

Herkules mit Holzstützen: Oktogon wird standfester

Beliebter Aussichtspunkt: MHK-Mitarbeiter Michael Sommer auf der Besucherplattform mit der Pyramide im Hintergrund.

Kassel. Die Winterpause am Herkules ist vorbei. Die Aussichtsterrasse und die Pyramide, aus der man einen besonders schönen Blick hat, sind auch über die Osterfeiertage geöffnet.

Lexikonwissen: Der Herkules im Regiowiki

„Über die Wintermonate ist einiges passiert“, sagt Bauleiter Thomas Täschner vom Hessischen Baumanagement. Massive Holzkonstruktionen im Oktogon machen deutlich, dass hier die Statik verbessert wurde. Auch ein riesiges Speichenrad am oberen Rand des Oktogons sorgt dafür, dass der Herkules jetzt deutlich stabiler steht.

Trotzdem arbeitet das riesige Gebäude, dünne Risse im noch recht frischen Beton des Fußbodens im zweiten Obergeschoss machen das deutlich. „Der Tuffstein dehnt sich aus, wenn er feucht ist, und zieht sich bei Trockenheit wieder zusammen“, sagt Astrid Schlegel. Die Baudenkmalpflegerin bei der Museumslandschaft Hessen Kassel kennt dieses Phänomen. Das Gebäude arbeitet. Auch bei Burgen und Schlössern sei das zu beobachten. „Der Herkules hat einen eigenen Herzschlag“, sagt sie.

Während der Sanierung und auch danach werden alle Veränderungen genau registriert. „Wir bringen an vielen Stellen sogenannte Messbolzen an, die jede Bewegung im Mauerwerk dokumentieren“, sagt Bauleiter Thomas Täschner. Er und das Team aus Steinmetzen, Statikern, Restauratoren, Bauingenieuren und sonstigen Mitarbeitern werden noch einige Jahre auf der Großbaustelle zu tun haben. Bis zum Jahr 2017 gehen die bislang geplanten Arbeiten weiter. Dafür hat das Land Hessen 30 Millionen Euro bewilligt.

Danach ist aber noch nicht Schluss. Die Holzkonstruktion für eine verbesserte Statik ist nur eine Übergangslösung bis zur Sanierung und Verstärkung der Steinsäulen. Die sind bei Weitem nicht so tragfähig, wie sie nach heutigen Erkenntnissen sein müssten.

Zu den unangenehmen und kostspieligen Überraschungen während der Sanierung gehörten auch größere Hohlräume hinter dem Tuffstein. In den alten Plänen waren die nicht verzeichnet. Derzeit werden die genauen Kosten für die Beseitigung dieser Schäden ermittelt. Das Land wird über die bisher genannten 30 Millionen Euro weiteres Geld für die Herkulessanierung zur Verfügung stellen. Eine prinzipielle Zusage dafür gibt es bereits.

Auf die Frage, wann die Arbeiten am Herkules abgeschlossen sein werden, gibt Astrid Schlegel eine überraschende Antwort. „Nie“, sagt sie. An diesem fast 300 Jahre alten Monument werde man immer etwas zu tun haben.

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