Überraschende Hohlräume müssen gefüllt werden

Herkules wird teurer - 30 Millionen Euro reichen nicht

Kassel. Die Bauarbeiten am Herkules werden teurer als bislang veranschlagt. Die knapp 30 Millionen Euro, die für die Sanierung des riesigen Bauwerks vom Kopf der Herkulesfigur bis zu den 71 Meter tiefer liegenden Sockel des Oktogon eingeplant waren, reichen nicht aus.

„Es gab zu viele unangenehme und kostspielige Überraschungen“, sagt Bauleiter Thomas Täschner vom Hessischen Baumanagement. Er ist im Gespräch mit den zuständigen Ministerien für Wissenschaft und Kunst sowie mit dem Finanzministerium. Im Frühjahr will das Land genauere Zahlen nennen. Bislang ist nur klar, dass die Sanierung des Kasseler Wahrzeichens mehrere Millionen Euro mehr kosten wird.

Verantwortlich dafür sind unter anderem große Hohlräume, die bei den Bauarbeiten unter dem Treppenaufgang zur Besucherplattform entdeckt wurden.

Lexikonwissen:

Der Herkules im Regiowiki

Auch unter dem Oktogonvorbau in Richtung Besucherzentrum gab es regelrechte Höhlen, die bislang niemand auf dem Plan hatte. Die Untersuchung, neue statische Berechnungen und das Stabilisieren mit Beton hat viel Zeit und Geld gekostet.

Die größte unerwartete Baustelle befindet sich in den Rundgängen des zweiten und dritten Obergeschosses im achteckigen Unterbau des Herkules, dem Oktogon. „Die Säulen sind bei weitem nicht so standfest wie wir zunächst gedacht haben“, sagt Thomas Täschner. Teilweise sind sie nur mit Tuffstein verblendet und innen hohl. Die Bauleute am Herkules arbeiten derzeit daran, die Standfestigkeit der 300 Jahre alten Konstruktion zu sichern. „Das ist die Pflichtaufgabe, dafür reicht das Geld auf jeden Fall“, sagt der Bauleiter. Fest steht auch, dass im Frühjahr auf der Besucherplattform neue Steinplatten verlegt werden. Das Material ist bereits geliefert.

Weitere Finanzspritzen erfordert unter anderem die Ostseite des Kasseler Wahrzeichens. Das ist die Front, die von der Stadt aus sichtbar ist. Auch hier ist der Tuffstein am Oktogon im Laufe der Jahrhunderte verwittert. Zwischen den Fugen dringt Wasser ein, in jedem Winter werden die Schäden durch den Frost größer. Ausbessern bringt da wenig. Die gesamte Front muss von Grund auf saniert werden. Wenn das Geld dafür bewilligt ist, wird hier noch bis 2017 gearbeitet. (tos)

So sah die alte Herkulesbahn aus

So war die alte Herkulesbahn

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.