Er verbringt bis zu acht Stunden im Bergpark Wilhelmshöhe

Dieter Lorek ist der Hüter der Schwaneneier am Lac

Er passt auf das Nest mit den vier Eiern auf: Der 79-jährige Dieter Lorek, der früher als Tierpfleger gearbeitet hat. Fotos:  Koch

Kassel. Mit ihnen verbindet man Anmut, Schönheit und Stolz. Das Schwanenpaar, das derzeit im Lac unterhalb des Schlosses im Bergpark Wilhelmshöhe auf seinen Nachwuchs wartet, ist zudem noch privilegiert.

Es hat nämlich einen Aufpasser, der darauf achtet, dass den noch vier verbliebenen Eiern im Nest nichts geschieht: Der 79-jährige Dieter Lorek, der seit viereinhalb Jahren in Kassel lebt, bewacht täglich bis zu acht Stunden das Nest der Schwäne.

Einsam ist Lorek, dessen Herkunft aus Rheinberg im Nordwesten des Ruhrgebiets nicht zu überhören ist, am Lac aber nicht. „Ich komme hier mit ganz vielen Menschen ins Gespräch, die mich nach den Schwänen fragen“, sagt der 79-Jährige, der als junger Mann Bergmann war und später in Zoologischen Gärten in Heidelberg und Stuttgart als Tierpfleger gearbeitet hat. In der Wilhelma in Stuttgart hat sich Lorek acht Jahre lang um kleine Gorillas gekümmert.

Seine Frau sei genauso tierlieb wie er, erzählt der 79-Jährige. Von daher kommt sie auch ab und an an den Lac, um ihrem Mann etwas zu essen zu bringen.

Er habe sich zunächst dafür eingesetzt, dass am Ufer des Lacs, wo die Schwäne das Nest gebaut haben, ein Zaun aufgestellt wird, sagt Lorek. Diesen Wunsch habe die Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) vergangenen Woche erfüllt. Der Zaun soll die Eier vor Waschbären und Hunden schützen. Ursprünglich seien fünf Schwaneneier im Nest gewesen, eins habe ein Waschbär geholt.

Das Nest: Schwanenmutter Micki mit ihren vier Eiern. Die Vögel sollen Ende Mai schlüpfen.

Lorek ist sich auch nicht sicher, ob aus allen vier verbliebenen Eiern junge Schwäne schlüpfen werden. Denn die ersten Eier, die am 20. und 22. April gelegt worden sind, habe das Schwanenweibchen für geraume Zeit nicht ausgebrütet. „Es kann sein, dass diese Eier ausgekühlt sind.“

Lorek hat dem stolzen Paar, das mit vier zum ersten Mal Nachwuchs bekommt, auch Namen gegeben: Das Weibchen nennt er Micki, das Männchen Mecki. Am Höcker könne er die beiden unterscheiden. Mecki sei nicht der aller fleißigste Vater, erzählt der Rentner. Ab und an habe er Micki beim Nestbau geholfen, die meiste Zeit hänge der Schwan aber einfach nur im Teich ab.

Dafür hat Lorek die Schwanenmutter beim Nestbau unterstützt. Er hat ihr getrocknetes Gras in Bündeln ans Ufer gelegt, damit sie nicht so weit laufen muss.

Nicht mit Brot füttern

Lorek passt nicht nur auf die Eier auf, sondern macht die Spaziergänger auch darauf aufmerksam, dass man die Schwäne nicht mit Brot füttern soll. „Darin sind Konservierungsstoffe. Salz, Hefe, Backpulver und Weizen. Der Weizen bläht. Davon können die Magenwände der Schwäne einreißen.“ Man sollte Wasservögel ohnehin nicht füttern, höchstens mit Klee, Gras oder Löwenzahn.

Den Schlüpftermin hat Lorek natürlich errechnet, er will ihn aber nicht verraten. Nur soviel: Er erwartet den Nachwuchs von Micki und Mecki Ende Mai.

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