Führungen ab Frühjahr 2022

Innenausbau der Löwenburg im Bergpark Kassel hat begonnen

Sanierung nach historischem Vorbild: Stuckateur Luis Colmenero arbeitet an der Decke eines der vielen Räume im ersten Obergeschoss der Löwenburg. Die Beletage soll ab Frühjahr 2022 für Besucher geöffnet werden.
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Sanierung nach historischem Vorbild: Stuckateur Luis Colmenero arbeitet an der Decke eines der vielen Räume im ersten Obergeschoss der Löwenburg. Die Beletage soll ab Frühjahr 2022 für Besucher geöffnet werden.

Der Innenausbau in der Löwenburg schreitet voran. Ab April 2022 soll die Beletage der Kasseler Sehenswürdigkeit wieder für Besucher zugänglich sein.

Kassel - Wie spannend die Löwenburg für viele Menschen trotz Baustelle schon ist, wurde im Sommer deutlich. „Wir hatten im August 1400 Besucher“, sagt Dr. Micha Röhring von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Ein beachtlicher Andrang. Und das, obwohl man außer der Rüstkammer und der Kapelle keine Räume von innen sehen konnte.

Das wird sich in absehbarer Zeit mit einer spektakulären Eröffnung ändern. „Wenn es Corona erlaubt und nichts Gravierendes dazwischen kommt, wollen wir im April 2022 die ganze Beletage der Löwenburg präsentieren“, sagt Röhring.

Es geht um die repräsentativen Räume im ersten Stock vom Herren- bis zum Damenbau, die sich über rund 450 Quadratmeter erstrecken. Schon jetzt sind die Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten so weit fortgeschritten, dass man einen Eindruck vom neuen Glanz der Löwenburg bekommt.

Die hat das Zeug, sich zu einem Publikumsmagneten auf Augenhöhe mit dem Herkules zu entwickeln. Denn das als mittelalterliche Burgruine im Jahr 1793 fertiggestellte Gebäude wird nach und nach aus einem langen Dornröschenschlaf erweckt. 30 Millionen Euro hat das Land Hessen bislang dafür zur Verfügung gestellt. Ein deutlich sichtbares Zeichen der Erneuerung ist der rekonstruierte Bergfried. Der frühere Hauptturm der Burg war wenige Monate vor Kriegsende bei einem Bombenangriff im Januar 1945 zerstört worden. Gut 70 Jahre später begann der Wiederaufbau, der weitestgehend abgeschlossen ist. Schon jetzt steht fest: Wenn die Löwenburg in anderthalb Jahren wieder in großen Teilen für Besucher geöffnet wird, dann können die bei Führungen hinauf auf die Aussichtsplattform des Turms gehen. Der Rundumblick von hier ist fantastisch.

Das wird aber bei Weitem nicht die einzige Attraktion sein. „Einige Räume sind bereits wieder nach historischem Vorbild vertäfelt und mit einer Stuckdecke versehen worden“, sagt der mit der Bauleitung beauftragte Architekt Claus Wienke vom Kasseler Büro Sprengwerk. Der große Vorteil: Aus historischen Bauplänen, Zeichnungen und Fotos aus der Zeit vor der Zerstörung kann man gut nachvollziehen, wie die Räume einmal aussahen.

Den Baumeistern von heute ist dabei aufgefallen, dass ihre Vorgänger immer wieder umplanen mussten. „Man sieht an mehreren Stellen, dass die Räume aufgestockt wurden“, sagt Claus Wienke. Das macht die aktuelle Sanierung nicht leichter.

Beim Zeitplan sind die Verantwortlichen trotzdem optimistisch. Über die Wintermonate könne der Innenausbau ohne große Unterbrechung fortgesetzt werden. Und dann kommen nach und nach die Wandteppiche, Möbel, Bilder und Tapeten aus den Depots in die Löwenburg zurück. Zunächst einmal in die erste Etage. Ziel ist es aber, auch die anderen Etagen und die Räume des Bergfrieds nach und nach herzurichten. Die Löwenburg wird in den nächsten Jahren immer wieder neue Einblicke gewähren. (Thomas Siemon)

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