Debatte zu umgebauter Druseltalstraße – ADFC ist gespalten

Kassel: Ist der neue Radstreifen an der Druseltalstraße sinnvoll?

Getestet: Der Kasseler ADFC-Vorsitzende Robert Wöhler war auf dem neuen Radstreifen auf der Druseltalstraße unterwegs.
+
Getestet: Der Kasseler ADFC-Vorsitzende Robert Wöhler war auf dem neuen Radstreifen auf der Druseltalstraße unterwegs.

In dieser Woche wurde die umgebaute Druseltalstraße wieder komplett für den Verkehr freigegeben. Im Abschnitt zwischen der Eugen-Richter-Straße und der Heinrich-Schütz-Allee/ Baunsbergstraße wurde die Hauptverkehrsader saniert und verbreitert. In dem Zuge wurde in beide Richtungen ein zwei Meter breiter Radstreifen angelegt. Über den Sinn und Zweck der Maßnahme hat sich eine Debatte entzündet.

Kassel - Anwohner Peter Kunz jedenfalls hat sich über das Projekt gewundert. Seit 13 Jahren wohnt er an der Druseltalstraße und noch nie habe er wahrgenommen, dass auf dieser so viele Radfahrer unterwegs sind. „Wer hier mit dem Rad fährt, nutzt den Fußweg im parallel verlaufenden Fußweg“, sagt er. Die wenigsten Radfahrer würden sich auf die Hauptverkehrsstraße trauen. Dies gelte insbesondere für Eltern mit Kindern. Er hätte es für besser gehalten, wenn im Grünstreifen ein getrennter Rad-Fußweg angelegt worden wäre. Auch der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) in Kassel hätte den Neubau eines getrennten Rad- und Fußweges innerhalb des Grünstreifens präferiert. Die Stadt hatte dies aber abgelehnt, weil dafür ein größerer Eingriff in die Grünfläche notwendig geworden wäre.

„Da waren der Naturschutz und die Belange der Radfahrer abzuwägen“, sagt Robert Wöhler, Vorsitzender des ADFC Kassel. Er könne mit dem jetzigen Ergebnis aber leben – auch weil der Streifen mit zwei Metern breit genug sei. „Die Druseltalstraße musste ohnehin saniert werden und so wollte die Stadt wohl gleich ihren Zusagen aus dem Radverkehrskonzept nachkommen“, so Wöhler.

Zudem sei der eine Million Euro teure Umbau der 1,3 Kilometer langen Strecke vergleichsweise einfach gewesen, weil durch eine kleine Aufweitung der Fahrbahn die Integration des Radstreifens möglich war, ohne die Autofahrer stärker einzuschränken. Dies gehe an anderen Straßen – wo bisher Parkplätze am Fahrbahnrand angeordnet sind – oft nicht so ohne Weiteres.

Verboten: Der Fußweg parallel zur Druseltalstraße ist nur für Radfahrer freigegeben, die mit Kindern fahren.

Für den ADFC-Vorsitzenden haben aber genau solche Hauptverkehrsstraßen eine höhere Priorität: Auf Wilhelmshöher Allee, Frankfurter Straße und Holländischer Straße, die zudem stärker von Radfahrern genutzt würden als die Druseltalstraße, müsse die Sicherheit so bald wie möglich erhöht werden. Umso erfreulicher sei es, dass zumindest auf der Kohlenstraße zwischen Bahnbrücke und Am Heimbach die Integration eines Radstreifens bereits in Planung sei.

Nach Auskunft von Verkehrsdezernent Dirk Stochla (SPD), soll der Radstreifen auf der Druseltalstraße künftig auch bis an die Konrad-Adenauer-Straße fortgeführt werden. Die Planungen dafür liefen bereits.

In den Herbstferien sollten noch die fehlenden Radmarkierungen auf der Kreuzung Druseltalstraße/ Heinrich-Schütz-Allee/ Baunsbergstraße aufgebracht werden. (Bastian Ludwig)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.