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Kaskadenwirtschaft wegen Sanierung geschlossen – und doch geöffnet

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Von: Axel Schwarz

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Beliebt auch für Feiern: Die Kaskadenwirtschaft im Bergpark Wilhelmshöhe, hier ein Bild aus dem Sommer.
Beliebt auch für Feiern: Die Kaskadenwirtschaft im Bergpark Wilhelmshöhe, hier ein Bild aus dem Sommer. © Axel Schwarz

Eigentlich ist das beliebte Ausflugslokal im Bergpark Wilhelmshöhe in Kassel derzeit geschlossen. Doch es gibt Ausnahmen.

Kassel – Das ist nicht leicht zu verstehen: Seit Anfang Oktober ist die Kaskadenwirtschaft im Bergpark wegen Umbau und Sanierung bis zum 1. Mai geschlossen. Obwohl das so auf der Website des beliebten Ausflugslokals steht, läuft derzeit an Wochenenden nach wie vor der Restaurantbetrieb. Und auch Gesellschaften wie Weihnachtsfeiern würden für die kommende Zeit auch unter der Woche angenommen, sagt Betreiber Rainer Holzhauer von der Gastro-Gruppe Grischäfer auf Nachfrage der HNA.

Holzhauer macht keinen Hehl daraus, dass er von den Abläufen bei seinem Vertragspartner leicht genervt ist. Dies gelte nicht den örtlichen Ansprechpartnern von der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK), betont er, sondern dem für Baufragen zuständigen Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen (LBIH).

Die Gastro-Immobilie am Fuß der Herkules-Kaskaden sei für eine „langfristig geplante Grundinstandsetzung“ seit dem Ende der Wasserspielsaison geschlossen, sagte MHK-Sprecherin Lena Pralle auf Anfrage der HNA. Im Zuge der Renovierung solle auch die Küche ins Untergeschoss verlegt werden, was eine Vergrößerung der Gasträume möglich mache.

Kaskadenwirtschaft in Kassel: „Fast jeden Tag sind wir gewöhnlich ausgebucht“

„Uns wurde gesagt, wir könnten ab Oktober wegen der Umbauarbeiten keine Veranstaltungen mehr annehmen“, sagt der Gastronom. Mehrere bei den Kaskaden geplante Hochzeitsfeiern habe er absagen, etliche Buchungsanfragen für die Herbst- und Winterzeit abweisen müssen. Jetzt sei der November gekommen und „bisher ist überhaupt noch nichts passiert“, berichtet Holzhauer. Er erhalte auf Nachfrage auch keinerlei Informationen, woran das liege und wann mit den Arbeiten begonnen werden solle. Seiner Einschätzung nach dürfte sich „dieses Jahr überhaupt nichts mehr tun“ am Bau.

Das Problem für Holzhauer ist, dass ihm durch die Unsicherheit viel gastronomisches Geschäft entgeht. In der Adventszeit ist die Kaskadenwirtschaft in der atmosphärischen Bergpark-Natur ein beliebter Ort für Weihnachtsfeiern: „Fast jeden Tag sind wir gewöhnlich ausgebucht“. Es gibt dann Wintergrillen sowie in einem eigens aufgestellten Zelt ein aufwändiges Buffet, von dem sich mehrere Gästegruppen parallel bedienen.

Diese Angebote hat Holzhauer nun notgedrungen in die ebenfalls von ihm gastronomisch betriebene Orangerie verlagert. Dass die Kaskadenwirtschaft nun aber wochen-, vielleicht monatelang im Dornröschenschlaf liegt, ohne dass sich eine einzige Schaufel regt, möchte er nicht einsehen: „Wir wollen für unsere Gäste da sein.“

Kassel: Unklar, wann die Bauarbeiten in der Kaskadenwirtschaft beginnen

Deshalb hat Holzhauer nun doch einige Weihnachtsfeiern für den Bergpark angenommen, vorerst bis Mitte Dezember. Mit zeitlich recht kurzem Vorlauf „haben wir auch noch super Kapazitäten“, sagt der Gastronom. Nur für länger in der Zukunft liegende Termine könne er derzeit kein Angebot machen.

Seine Sorge: Wenn sich die Bauarbeiten weiter verzögern, gehe vielleicht auch noch der Winter nächsten Jahres ins Land, bis die Gastro-Küche im Gebäude verlagert ist. Für die Saison 2023 hat Holzhauer erst mal vorgesehen, Hochzeitsgesellschaften im Bergpark mit angelieferten Speisen zu bewirten.

Für die Versorgung des normalen Publikums bei den Kaskaden im Sommer sei „eine temporäre Außenbewirtschaftung geplant“, sagt MHK-Sprecherin Pralle. Wann die Bauarbeiten in der Kaskadenwirtschaft beginnen, welche Verzögerungsgründe es eventuell gibt, dazu habe sie derzeit auch keine Informationen. (Axel Schwarz)

Auch das bekannte Lokal „Sudhaus“ in Kassel ist derzeit geschlossen. Der bisherige Pächter hat sich zurückgezogen, doch es gibt Interessenten.

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