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Jugendliche (16) missbraucht? Schwere Vorwürfe gegen Ex-Mitarbeiter von Heilinstitut in Kassel

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Von: Christina Hein

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Handschellen eines Beamten neben dem Polizeiauto (Symbolbild)
Aktuell werden in Kassel schlimme Missbrauchsvorwürfe laut. (Symbolbild) © Karl-Josef Hildenbrand / dpa / Symbolbild

Ein ehemaliger pädagogischer Mitarbeiter des Instituts Lauterbad in Bad Wilhelmshöhe soll eine schutzbefohlene 16-Jährige sexuell missbraucht haben.

Kassel – Das Heilinstitut Lauterbad ist eine heilpädagogische Einrichtung und Schule für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit Defiziten in der geistigen sowie emotionalen und sozialen Entwicklung. Wie jetzt bekannt wurde, soll ehemaliger pädagogischer Mitarbeiter der Einrichtung in Bad Wilhelmshöhe eine schutzbefohlene 16-Jährige über einen Zeitraum von zwei Jahren sexuell missbraucht haben.

Vor rund zwei Wochen war der mutmaßliche sexuelle Missbrauch zur Anzeige gekommen. Die Anzeige gegen den ehemaligen Mitarbeiter hatte die Institutsleitung erstattet. Leiterin Simone von Glahn äußerte sich dazu gegenüber der HNA: Erst jetzt habe sich eine betreute Jugendliche gegenüber den Erzieherinnen und Erziehern über offensichtliche Übergriffe des mutmaßlichen Täters geäußert.

„Das, was die Jugendliche uns berichtet hat, hat uns umgehend alarmiert. Wir haben sofort Anzeige bei der Polizei erstattet, den Vorstand des Instituts und alle Aufsichtsbehörden wie Heimaufsicht, Fachstellen Gewaltprävention und Verbände umfassend informiert.“

Kassel: Missbrauchsvorwürfe gegen Ex-Mitarbeiter von Heilinstitut in Bad Wilhelmshöhe

Vorausgegangen war, dass der mutmaßliche Täter vor einem Monat Lauterbad mit einem Aufhebungsvertrag verlassen habe und man sich „einvernehmlich“ getrennt hatte – ohne dass die Einrichtung Kenntnis von den schweren Vorwürfen gehabt habe, so Simone von Glahn. Diese seien erst nach dem Ausscheiden des Mitarbeiters erhoben worden. Es soll sich um Vorfälle handeln, die sich während seiner Dienstzeit in der Einrichtung ereignet haben. Zurzeit prüften Einrichtung, Polizei und andere Experten, ob es weitere Opfer unter den Kindern und Jugendlichen gegeben haben könnte.

„Wir sind entsetzt darüber, dass mutmaßlich ein Mitarbeiter das Vertrauen eines ihm anvertrauten Kindes kriminell ausgenutzt hat“, sagt Simone von Glahn. „Unser Mitgefühl gilt dem Opfer und seiner Familie. Wir werden alles tun, die Folgen des mutmaßlichen Übergriffes zu bearbeiten und wo es geht zu lindern.“

Die Verwaltungsleiterin verweist darauf, dass die Einrichtung Lauterbad schon vor acht Jahren ein Gewalt-Präventionskonzept aufgebaut und in die praktische Arbeit umgesetzt habe. Zuvor hatte die Einrichtung an der bundesweiten Fortbildungsoffensive zur Stärkung der Handlungsfähigkeit von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder-, und Jugendhilfe zur Verhinderung sexualisierter Gewalt teilgenommen. (Christina Hein)

Immer wieder das Grauen: Viele Missbrauchsopfer leiden noch Jahrzehnte, Fachleute sprechen dabei von einer posttraumatischen Belastungsstörung.

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