Zugteilung sorgt für Verwirrung

Verwirrung am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Mann steigt in Zug, kommt aber nicht am Ziel an

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Nicht zu erkennen: Dass nicht der ganze Zug nach Korbach fährt, ist auf der Anzeige nicht vermerkt.

Verwirrung am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Täglich fährt ein Mann aus Kassel mit dem Zug zur Arbeit. Doch dann, kam er nicht am Ziel an.

  • Der Kasseler Alexander Schulze will wie jeden Tag mit dem Zug zur Arbeit fahren.
  • Im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe steigt er in einen Zug ein, der aber nirgends vermerkt ist.
  • Das weiß der Kasseler aber nicht - ohne Zwischenhalt landet er an einem ganz anderen Ort.

Regelmäßig fährt Alexander Schulze mit dem Zug zur Arbeit – vom Bahnhof Wilhelmshöhe nach Ahnatal-Weimar. An einem Tag im Januar kam er allerdings woanders an.  „Eine schöne Strecke“, wie er findet. 13 Minuten dauert die Fahrt mit dem Regionalzug, der stündlich das Ziel Korbach ansteuert.

Nichtsahnend stieg Schulze also auch an einem Mittwoch im Januar in die Regionalbahn, die wie jeden Morgen schon auf Gleis 8 am Bahnhof  wartete. Planmäßige Abfahrt: 7.39 Uhr. Eine Ankunft in Ahnatal sollte es allerdings an diesem Morgen nicht geben, denn der Zug fuhr nicht, wie auf der Anzeigetafel zu lesen, Richtung Wolfhagen/Korbach, sondern ohne Zwischenhalt zum Hauptbahnhof in Kassel. Was war denn da los?

Kassel: Zugteile werden im Bahnhof Wilhelmshöhe getrennt

Schulze vermutet im Scherz, der Zug lauere im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe hinterhältig darauf, arglose Reisende zu entführen. Aber so ist es nicht. In der Tat ist Schulze einer unübersichtlichen Situation zum Opfer gefallen, die immer wieder vorkommt auf Gleis 8. Dort stehen dann – wie an jenem Januarmorgen – zwei Zugteile, wobei Außenstehende den Eindruck bekommen, beide würden sich auf den Weg machen.

Dass auf der Anzeigentafel nur der Zug nach Korbach angegeben ist, verstärkt diesen Eindruck. Aber er täuscht. In Wahrheit werden die Zugteile in Wilhelmshöhe nämlich getrennt. Der hintere fährt tatsächlich nach Korbach, der vordere allerdings startet kurz vorher Richtung Hauptbahnhof, wo seine Fahrt auch schon endet. Das wird per Leuchtschrift am Zug zwar mitgeteilt; trotzdem ist die Gesamtsituation verwirrend.

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Zug zum Hauptbahnhof nicht auffindbar

Sie wurde auch Alexander Schulze zum Verhängnis. Er sagt, dass es an jenem Morgen eine Lautsprecherdurchsage am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe im Zug erst gegeben habe, nachdem der Zug bereits angefahren und ein Aussteigen also nicht mehr möglich gewesen war. Ein Schaffner sei nicht im Zug gewesen.

Nicht zu erkennen: Dass nicht der ganze Zug nach Korbach fährt, ist auf der Anzeige nicht vermerkt.

Kurios: Schulze beschwerte sich anschließend im Reisezentrum im Bahnhof Wilhelmshöhe. Auch dort sei den Mitarbeitern nur eine RB4 Richtung Korbach bekannt gewesen. Und: „Selbst wenn man aktiv und intensiv auf allen Kanälen nach dem Zug(teil) RB4 von KS-Wilhelmshöhe nach KS-Hauptbahnhof forscht, ist er nicht zu finden.“

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Fahrgäste im Zug sollen besser informiert werden

Schulze wendete sich letztlich an den Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV). Dort habe man die Unannehmlichkeiten bedauert – und eine Erklärung geliefert: Der Zug komme mit zwei Zugeinheiten am Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe an. Im Bahnhof würde das Zugpaar dann getrennt.

Sabine Herms, NVV-Sprecherin, bestätigt „eine sogenannte Leerfahrt“, der Zugteil würde für einen weiteren Einsatz am Hauptbahnhof gebraucht und deshalb geteilt. Jedoch solle es für die Fahrgäste eine klare Orientierung geben, damit sie nicht im falschen Zugteil sitzen. Dafür solle eigentlich auch ein Zugbegleiter im Zug sein, der auf die Teilung hinweist. Das sei im Fall von Alexander Schulze leider nicht passiert. Man werde das Gespräch mit der Kurhessenbahn suchen – mit dem Ziel, die Fahrgäste besser zu informieren.

Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe: Zug der Deutschen Bahn mit absolutem Einzelfall

Eine ähnlich kuriose Situation passierte auch der Deutschen Bahn: Im Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe kam ein Zug mehr als 40 Minuten zu früh an. Ein absoluter Einzelfall.

Die Verkehrssituation am Bahnhof Wilhelmshöhe soll besser werden: Stadt und KVG wollen in den Bahnhof in Kassel 18 Millionen Euro investieren.

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