Unfreiwillige Landung auf dem Rücken

Was war denn da los? Besuchern des Bergparks brach die Bank weg, während sie darauf saßen

Ingrid und Burghard Heeger (von links), Rolf Schade und Gunhild Arend auf einer Bank zwischen Schloss Wilhelmshöhe und dem Herkules in Kassel im Bergpark.
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Sie können zumindest wieder lächeln: Ingrid und Burghard Heeger (von links), Rolf Schade und Gunhild Arend nahmen noch einmal vorsichtig Platz.

Die Kopfschmerzen nach dem völlig überraschenden Sturz im Bergpark sind vergangen, die Prellungen und Blutergüsse abgeklungen, aber der Unmut bei Burghard Heeger ist nach wie vor groß.

Kassel – Zusammen mit einem befreundeten Paar hatten er und seine Frau Anfang Juni einen Spaziergang im Bergpark Wilhelmshöhe gemacht. Ein schöner und sonniger Nachmittag, an dem die vier froh waren, eine freie Bank im Schatten nahe des Fontänenteichs zu bekommen.

Das Quartett, alle im Rentenalter, machte es sich gemütlich. „Wir haben uns noch kurz unterhalten und dann ist es passiert“, sagt Burghard Heeger. Plötzlich und ohne jede Vorwarnung sei die Rückenlehne der Bank nach hinten weggebrochen, die ganze Bank zusammengekracht.

Burghard und Ingrid Heeger sowie Gunhild Arend und Rolf Schade fielen nach hinten auf die Wiese. Wehgetan haben sie sich alle, am schlimmsten traf es Ingrid Heeger, die längere Zeit unter Schock und mit Schmerzen liegen blieb. Mehrere Passanten hätte gleich Hilfe angeboten, sagt Burghard Heeger.

Schriftlich habe Gunhild Arend den Vorfall bei der Museumslandschaft Hessen Kassel gemeldet. Und danach ging der Ärger so richtig los. Einen kurzen Satz des Bedauerns habe es gegeben und dann eine längere Abhandlung darüber, dass die Bänke regelmäßig von der Schreinerei der MHK kontrolliert würden.

Nur nach massiver Krafteinwirkung könne sich deshalb der geschilderte Vorfall ereignet haben. „Das hat mich richtig wütend gemacht“, sagt Burghard Heeger. Da schwinge doch der Vorwurf mit, die vier Rentner hätten die Bank beschädigt. Ein Unding sei das. Und wohl eher ein Missverständnis, denn dazu gibt es mittlerweile eine Klarstellung (siehe Artikel rechts).

Burghard Heeger hat sich jedenfalls fachkundige Unterstützung geholt und eine Bewertung durch einen Sachverständigen vornehmen lassen. Demnach seien diese Art Bänke bei einer dauerhaften Nutzung im Freien anfällig für Verwitterung. Bei einer engmaschigen Kontrolle, so der Sachverständige, hätten die Schäden auffallen müssen.

Diese Kontrollen finden nach Angaben der MHK statt. Demnach werden die Bänke nach historischem Vorbild aus Parkhölzern gefertigt, im Winter eingesammelt, aufgearbeitet und bis zur Sommersaison eingelagert. Nach dem Vorfall im Juni habe man alle Bänke noch einmal überprüft, aber keine weiteren Auffälligkeiten festgestellt. Bleibt die Frage, warum die frisch gestrichene und stabil aussehende Holzbank auseinandergebrochen ist. Eine Vermutung: Da könnte vorher Vandalismus im Spiel gewesen sein. Immer wieder würden Bänke umgeworfen und auch beschädigt, sagt MHK-Sprecherin Natascha Callebaut.

Wer so etwas sehe, solle nicht zögern und das per Telefon oder Mail melden. Angesichts der Größe des Parks seien solche Hinweise sehr hilfreich.

Das sagt die Museumslandschaft Hessen Kassel

„Wir bedauern den Vorfall sehr und hoffen, dass sich alle Beteiligten inzwischen vollständig erholen konnten. Zu keinem Zeitpunkt wollten wir unterstellen, dass sie für die Beschädigung der Bank verantwortlich seien. Aus gegebenem Anlass haben wir alle Bänke noch einmal auf ihre Sicherheit überprüft. Aber schließlich kann dies auch immer nur eine Momentaufnahme sein. Ein allerletztes Risiko werden wir nie ausschließen können, deshalb weisen wir auch darauf hin, dass das Betreten der Anlage auf eigene Gefahr geschieht. Leider nehmen die Vandalismusprobleme in den Parks seit Jahren zu.“ (Thomas Siemon)

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