Ein perfekter Gastgeber sein Leben lang

Die Seele von Elfbuchen: Kasseler Hotelier Hans-Ludwig Fischer gestorben

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Er lebte für das Wohl seiner Gäste: Der Kasseler Hotelier Hans-Ludwig Fischer ist am Sonntag im Alter von 86 Jahren gestorben. 

In seinem Leben gab es wohl kaum einen Tag, an dem er nicht in seiner Waldgaststätte war: Der Kasseler Gastronom Hans-Ludwig Fischer ist gestorben.

Selbst im hohen Alter fuhr Hans-Ludwig Fischer noch immer zu seinem „Wirtshaus im Walde“. Im Kurparkhotel war er bis zuletzt fast täglich anzutreffen.

Fischer lebte für das Wohl seiner Gäste – nichts lag ihm mehr am Herzen. Wenn er morgens in den Frühstücksraum des Kurparkhotels kam, dann begrüßte er jeden, erkundigte sich nach dem Befinden, und wusste auch immer eine Anekdote zu erzählen. Er kannte die Vorlieben seiner Gäste, las fast jedem zuvorkommend die Wünsche von den Augen ab. Der perfekte Gastgeber eben – sein Leben lang.

„Rastlosigkeit in Person“

Denn von Ruhestand konnte man auch im Rentenalter eigentlich nicht sprechen. Als „Rastlosigkeit in Person“ wird er von seinen Kindern liebevoll beschrieben.

Eine ähnlich große Leidenschaft wie zur Gastronomie hatte Hans-Ludwig Fischer wohl nur zu seinen Pferden. Wer an Fischer denkt, dem kommen unmittelbar trappelnde Hufe und prunkvolle Kutschen in den Sinn. Viele Kasseler werden sich noch daran erinnern, wie er mit seiner Kutsche durch den Habichtswald fuhr, um seine Gäste zur Waldgaststätte zu bringen.

Im Alter von 24 Jahren hatte Fischer nach dem Tod seines Vaters den Betrieb der Waldgaststätte Elfbuchen übernommen. Viel Zeit zum Trauern blieb ihm da nicht. Dass er Gastronom werden würde, daran hatte Fischer allerdings nie Zweifel. 

Waldgaststätte wurde 1879 eröffnet

Seine Großeltern hatten die Waldgaststätte 1879 eröffnet. Fischer war im Gastronomiebetrieb der Familie aufgewachsen. Mit 15 Jahren begann er dann selbst eine Lehre zum Koch und Konditor, später legte er an der Hotelfachschule in Heidelberg die Prüfung zum Küchenmeister ab. 

Wenn Fischer kochte, dann regional. Wild aus dem Habichtswald zählte zu seinen liebsten Gerichten. Ebenso durfte die Ahle Wurst beim Frühstück nie fehlen. Mit dem Bau des Kurparkhotels erfüllte sich Fischer und seine Ehefrau Lieselotte, mit der er seit 1961 verheiratet war, einen Traum. Das Paar bekam zwei Töchter und hat drei Enkelkinder.

Bekannte Persönlichkeiten im Hotel beherbergt

Auf „seiner Baustelle“ an der Wilhelmshöher Allee überzeugte sich der Chef fast täglich vom Fortschritt der Arbeiten – umso größer der Stolz bei der Einweihung des Kurparkhotels 1983.

Die Fischers haben schon einige bekannte Persönlichkeiten in ihren Hotels beherbergt, darunter Jürgen von der Lippe, Gotthilf Fischer und Roberto Blanco. Inge Meysel schrieb einst ins Gästebuch: „Einmal hier bei Ihnen – immer wieder, wenn ich in Kassel bin!“ – sie war nicht die Einzige.

Am Sonntag ist der Kasseler Hotelier im Alter von 86 Jahren gestorben.

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