Auswahl aus vier Gerichten

Kassels Kantinen im Test: Im Haus der Kirche wird frisch gekocht

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Täglich vier Gerichte zur Auswahl: Koch Andreas Williges (von links), Violetta Winter (Kantinenleiterin) und Sven Krug (Koch) arbeiten in der Kantine im Haus der Kirche. 

Wer in Unternehmen oder Verwaltungen arbeitet, isst mittags oft in der Kantine. In einer Serie testen wir die Angebote in Kassel. Heute stellen wir die Kantine im Haus der Kirche vor.

Ambiente

Beim Mittagessen im Haus der Kirche kann man ins Schwitzen kommen – was nicht etwa an zu viel Chili im Essen liegt, sondern an der gläsernen Fensterfront. Bei Sonneneinstrahlung lädt sich der Raum schnell auf. Dafür ist die Kantine hell und freundlich, die Einrichtung funktional. An überwiegend großen Tischen ist Platz für 90 Gäste, sodass es zu Stoßzeiten eng und folglich laut werden kann. Was man in anderen Kantinen wohl kaum sehen wird: Menschen, die vor dem Essen ganz selbstverständlich beten.

Drei von fünf Kochtöpfe

Auswahl

Vier Gerichte stehen täglich zur Wahl. Es gibt ein reichhaltiges Salatbuffet und verschiedene Sättigungs- und Gemüsebeilagen. Auch beim Dessert ist die Auswahl groß. Der Schwerpunkt liege auf vegetarischem Essen, erläutert Violetta Winter vom Dienstleister Gegenbauer. Damit möglichst wenig Lebensmittel weggeworfen werden, gehen ab 14 Uhr über die App „Too good to go“ vorbestellte, übrige Essen für 3,50 Euro raus. Der Nachhaltigkeitsgedanke passt zum Haus der Kirche ebenso wie Kaffee, Tee und Süßwaren aus fairem Handel. Fleisch und Backwaren kommen aus der Region.

Fünf von Fünf Kochtöpfe

Geschmack

Die Küche neben der Essensausgabe ist klein, gleichwohl werde dort meist frisch gekocht und Gemüse frisch geschnitten, sagt Kantinenleiterin Winter. Das schmeckt man: Das Ratatouille am Testtag war nicht zerkocht und gut abgeschmeckt; der Reis war körnig, aber nicht zu hart. Auch die Frikadelle konnte punkten: selbst gemacht und frisch aus der Pfanne, knusprig gebraten und gut gewürzt. Auch die Zwiebelsauce dazu war in Ordnung.

Reibekuchen mit Räucherlachs und Dip. 

Der Reibekuchen hingegen sah zwar appetitlich aus, war aber labberig und der Honig-Senf-Dip hatte zu viel Säure. Die Portion Räucherlachs dazu war von der Menge genau richtig. Pluspunkte gab es wieder fürs Dessert: fruchtige Quark- und Joghurtspeisen sowie fluffig-schokoladige Mousse waren ein schöner Abschluss – die Portionen waren für ein Dessert üppig bemessen und gingen fast als Zwischenmahlzeit durch.

Vier von Fünf Kochtöpfe

Service

Die Orientierung fällt leicht. In einer Vitrine werden alle Gerichte und Beilagen des Tages präsentiert. An Essensausgabe und Kasse ging es zügig voran, die Tische waren sauber. An der Kasse ermuntert eine Box zu Rückmeldungen.

Vier von Fünf Kochtöpfe

Preis/Leistung

Regionalität hat ihren Preis: Die Frikadelle kostete für Gäste 4,30 Euro. Beilagen für 1,30 Euro mussten zugekauft werden. Der Preis für das Ratatouille war mit 4,20 Euro angemessen, die Reibekuchen mit Lachs für 5,70 eher teuer. Die Getränkepreise (kleines Wasser: 2 Euro) sind eher auf Restaurantniveau. Wer regelmäßig in der Kirchen-Kantine essen möchte, kann sich eine Mitgliedskarte geben lassen und bekommt zehn Prozent Ermäßigung.

Drei von Fünf Kochtöpfe

Öffnungszeiten und Anfahrt

Die Kantine im Haus der Kirche (Wilhelmshöher Allee 330) wird von der Firma Gegenbauer betrieben. Die Kantine liegt zentral im Stadtteil Wilhelmshöhe und ist von der Straßenbahnhaltestelle Hessischer Rundfunk schnell zu Fuß erreichen.

Die Kantine im Haus der Kirche ist Montag bis Freitag von 7 bis 15.30 geöffnet. Mittagstisch wird von 12 Uhr bis 14 Uhr angeboten. Auch Frühstück und Snacks sind möglich.

Getestet haben wir in den letzten Wochen auch die Kantinen im Spohr's, im Bzetto, im Bankcarré und im Gericht.

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