Fotos wurden von Gründer der Kolonie gemacht

Als die Villenkolonie Mulang entstand: 120 Jahre altes Fotoalbum aufgetaucht

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Das Fotoalbum: Friedrich Forssman hatte es im Internet entdeckt.

Ein Sammler aus Kassel hat ein 120 Jahre altes Fotoalbum entdeckt, das die Entstehung der Villenkolonie Mulang dokumentiert.

Kassel – Da konnte Friedrich Forssman nicht widerstehen: Als der Kasseler Sammler bei einem Internetauktionshaus auf ein fast 120 Jahre altes Fotoalbum des Villenkolonie-Gründers Heinrich Schmidtmann (1842-1921) stieß, erwarb er es umgehend.

Nun hat er das Familienalbum aus dem Jahr 1902 digitalisiert und auf seiner Internetseite zur Geschichte des Mulang (kassel-mulang.de) veröffentlicht. Auf 68 Fotos kann der Betrachter eine Zeitreise zu den Ursprüngen der Villenkolonie unternehmen.

Großfamilie Schmidtmann: In der Mitte sitzt Heinrich Schmidtmann.

Das in Leder eingebundene Fotoalbum habe der Bauhandwerker und Unternehmer Schmidtmann für seinen Sohn Fritz angelegt. Es sei womöglich ein Abschiedsgeschenk zu dessen Auszug aus dem Elternhaus gewesen, vermutet Forssman, der neben seiner Sammelleidenschaft als Buchgestalter und Typograf arbeitet.

Neben Ansichten des Schlossparks und der Villenkolonie, die Schmidtmann im Jahr 1888 mit dem Bau der ersten drei Villen begründete, enthält das Fotoalbum viele Familienbilder. Sie zeigen die Verwandtschaft im Umfeld der beiden Familiendomizile Wigandstraße 4 und Burgfeldstraße 8, die beide bis heute erhalten sind. Zunächst hatte Schmidtmann für sich die Landhausvilla an der Wigandstraße als Sommerhaus errichtet. Später zog die Familie in die Burgfeldstraße um.

Großzügige Gärten: Familienmitglieder im Garten des Sommerhauses an der Wigandstraße.

Heinrich Schmidtmann stammte aus einer Handwerkerfamilie und hatte sich emporgearbeitet. Nach dem Besuch der Bauhandwerkerschule in Kassel und der kurfürstlichen Kunstakademie, arbeitete er als Geselle in Hannover, wo er am Bau des Welfenschlosses beteiligt war.

Später kehrte er nach Kassel zurück und war mit einem eigenen Bauunternehmen am Bau der Gemäldegalerie und des Regierungsgebäudes beteiligt. Schließlich errichtete er mehrere herrschaftliche Häuser im Vorderen Westen und am Mulang.

Villenkolonie wächst: Das Foto entstand um 1900 und zeigt den Blick über die ersten Villen in Richtung Herkules. Rechts im Bild die Villa Henkel, die bis heute an der Kurhausstraße steht. Im Vordergrund der Bauplatz der Villa Freya, die später das Kurhaus beherbergte, das 1972 abgerissen wurde.

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