"Nachfüllbar" an der Wilhelmshöher Allee

Mitten in der Corona-Krise: Unverpackt-Laden eröffnet in Kassel - So funktioniert das Konzept

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Sind optimistisch: Samira Waldeck (links) und Franziska Werner eröffnen am Montag ihren Unverpackt-Laden an der Wilhelmshöher Allee.

Eröffnung mitten in der Corona-Krise: In Kassel gibt es einen neuen Unverpackt-Laden. Doch wie funktioniert das Konzept mitten in einer Pandemie?

  • Trotz Corona-Pandemie gibt es in Kassel ein neues Geschäft.
  • Der Unverpackt -Laden "Nachfüllbar" eröffnet an der Wilhelmshöher Allee mitten in der Krise.
  • Die Inhaber stehen trotz Corona optimistisch in die Zukunft.

Eigentlich wollten Franziska Werner und Samira Waldeck schon vor einem Monat die Türen ihres Unverpackt-Ladens „Nachfüllbar“ öffnen. Doch da kam ihnen Corona in die Quere. Doch nun blicken sie ihrer Selbstständigkeit trotz Pandemie optimistisch entgegen. Am Montag eröffnen sie ihr Geschäft an der Wilhelmshöher Allee 178 – Höhe Haltestelle Berlepschstraße - in Kassel.

„Von Anis bis Zahnbürste“, beschreibt Werner das Sortiment des Unverpackt-Ladens, das insgesamt 280 Artikel umfasst. Allen gemein ist, dass sie ohne Plastikverpackung angeboten werden. Die Kunden füllen sich Lebens- und Reinigungsmittel aus Spendern ab oder bedienen sich mit Zangen und Schaufeln. Dazu können sie selbst mitgebrachte Stoffbeutel oder Gläser nutzen oder eines dieser wiederverwendbaren Gefäße bei der „Nachfüllbar“ kaufen.

Unverpackt-Laden in Kassel: So funktioniert das Konzept trotz Corona-Pandemie

Doch wie klappt das Unverpackt-Konzept in Corona-Zeiten, wo strenge Hygienevorschriften herrschen? Dazu haben sich die Firmengründerinnen ihre Gedanken gemacht und zuvor in vielen Unverpackt-Läden in anderen Städten recherchiert.

Reinigungsmittel zum Abfüllen: Egal ob Waschmittel, Spülmittel oder Geschirrspüler, alles gibt es aus dem Spender.

„Für uns gelten ohnehin strengere Auflagen als für den normalen Lebensmittelhandel“, erläutert Waldeck. Schaufeln und Zangen würden regelmäßig desinfiziert. Bei den Spendern komme es zu keinem Kontakt zwischen den mitgebrachten Gefäßen und den Spendern. Maximal sieben Kunden dürfen den Laden während der Pandemie gleichzeitig betreten, um sich bei unzähligen Müslivariationen, Nüssen, Nudeln, Reis, Getreidesorten, Ölen, Gewürzen, der Kaffeemühle oder der Nussmusmaschine zu bedienen. Besonders stolz sind die Inhaberinnen auf ihre Süßigkeitenecke.

Trotz Corona: Unverpackt-Laden eröffnet in Kassel: Regionale Artikel werden angeboten 

Bei anderen Artikeln wie Rasierklingen, Zahnbürsten, Zahnpasta, Toilettenpapier und Deo – die im Unverpackt-Laden ebenfalls ohne Verpackung oder in Papierverpackungen und Gläsern angeboten werden – besteht das Problem ohnehin nicht.

Werner und Waldeck achten nicht nur darauf, dass die Produkte ohne Plastikverpackung auskommen, sondern möglichst auch lokal hergestellt werden. So haben sie etwa bei vielen Hygieneartikeln Lieferanten aus Kassel gefunden.

Neueröffnung in Kassel in Corona-Zeiten: Crowdfunding finanzierte Unverpackt-Laden 

Sorgen, dass das Geschäft wegen Corona nur schleppend anläuft, machen sich die Frauen nicht. Sie hatten über eine Crowdfunding-Plattform für ihren Unverpackt-Laden in Kassel von über 500 Unterstützern insgesamt 30.000 Euro eingeworben und sich so „eine große Fangemeinde“ aufgebaut. „Die warten alle schon auf unsere Eröffnung“, sagt Werner. Nur die Eröffnungsparty des Unverpackt-Ladens müsse man bis auf Weiteres verschieben.

Nachfüllbar, Wilhelmshöher Allee 178, Mo-Mi und Fr 10-18 Uhr, Do 12-20 Uhr, Sa 10-14 Uhr.

Von Bastian Ludwig

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