Rote Pflanzen als Blickfang

Farbtupfer im Dezembergrau: Weihnachtssterne im Gewächshaus des Bergparks

Nachschub: Gärtnermeister Philipp Hankel bringt eine weitere Kiste mit Weihnachtssternen ins Gewächshaus. Im dortigen Warmhaus fühlen sich die Pflanzen besonders wohl.
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Nachschub: Gärtnermeister Philipp Hankel bringt eine weitere Kiste mit Weihnachtssternen ins Gewächshaus. Im dortigen Warmhaus fühlen sich die Pflanzen besonders wohl.

Seit fast 200 Jahren gehören die Weihnachtssterne mit ihren leuchtend roten Blättern zu den winterlichen Attraktionen im Gewächshaus.

Kassel - Das ist ein besonderer Standort, denn die filigrane Konstruktion aus Eisen und Glas gehört zu den Meisterwerken des Hofbaumeisters Johann Conrad Bromeis, der im Auftrag vom Kurfürsten Wilhelm I. arbeitete. 1823 wurde der älteste Teil des Gewächshauses fertig.

Wer damals etwas auf sich hielt, der schmückte sich mit exotischen Pflanzen. Weihnachtssterne seien durch Alexander von Humboldt populär geworden, der sie von seinen Reisen nach Süd- und Mittelamerika mitbrachte, sagt Gärtnermeister Philipp Hankel. Ähnlich wie die Kamelien, die teilweise über 150 Jahre alt sind, gehörten die Weihnachtssterne schon früh zur Grundausstattung des Gewächshauses. Mit einem Unterschied. „Bei uns zeigen die Weihnachtssterne nur einmal ihre ganze Schönheit, danach ziehen wir wieder neue Stecklinge“, sagt Hankel.

In der Natur können Weihnachtssterne auf vier bis fünf Meter Höhe wachsen. Wenn in Peru oder Mexiko die Tage kürzer werden, verfärben sich die Blätter immer mehr, bis sie leuchtend rot sind. „Das ist kein Selbstzweck“, sagt Philip Hankel. Durch die Signalfarbe wollen die Pflanzen Bestäuber wie Bienen und Hummeln anlocken. So agieren Weihnachtssterne auch bei uns in deutlich kühleren Gefilden. Bienen und Hummeln können sie im deutschen Dezember natürlich nicht anlocken, Besucher schon.

Auch im vergangenen Jahr waren über die Sommermonate um die 150 Weihnachtssterne in der Anzuchtgärtnerei für den Einsatz im Gewächshaus vorbereitet worden. „Wir hatten dann im November genau einen Tag auf, danach kam der Lockdown“, sagt Philip Hankel. Damals wurden einige der Pflanzen im Besucherzentrum am Herkules verkauft. Der Rest ging an Seniorenheime und sorgte so zumindest noch für eine Freude bei den Bewohnern.

Aktuell darf man das Gewächshaus unter Einhaltung der 2G-Regel (geimpft oder genesen) betreten. Drinnen ist eine medizinische Maske Pflicht. Außerdem achten Stephanie Dünkel und ihre Kollegen an der Kasse darauf, dass nicht zu viele Besucher gleichzeitig zwischen den Pflanzen unterwegs sind.

Für alle, die sich einen Weihnachtsstern daheim in die Wohnung stellen wollen, hat Gärtnermeister Hankel noch ein paar Tipps. Standorte mit warmer Zugluft zum Beispiel auf einer Fensterbank über einem Heizkörper sollte man vermeiden. Dafür lieben Weihnachtssterne eine helle Umgebung ohne direkte Sonneneinstrahlung. Dort sollte es nicht kälter als 15 Grad Celsius werden. Dann machen die Pflanzen mindestens bis Weihnachten und darüber hinaus Freude.

Gewächshaus, Bergpark Wilhelmshöhe, Öffnungszeiten dienstags bis sonntags 10 bis 17 Uhr. Eintritt MHK-Tagesticket (gültig für alle Einrichtungen im Bergpark) 6/4 Euro, unter 18 Jahren frei. Jahreskarte 20 Euro. (Thomas Siemon)

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