Bahnhof ist in die Jahre gekommen

Kassel-Wilhelmshöhe: Pro Bahn fordert Rolltreppen und mehr Platz

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Besser nutzen: Durch eine Schließung der Öffnungen zwischen den Gleisen könnte unter anderem die Wartefläche erweitert werden.

Mittlerweile ist der 1991 eröffnete Fernbahnhof Kassel-Wilhelmshöhe in die Jahre gekommen. Pro Bahn fordert unter anderem den Einbau von Rolltreppen und die Überbauung der Gleise.

Der Bahnhof Wilhelmshöhe zählt aufgrund seiner zentralen Lage zu den wichtigsten im Hochgeschwindigkeitsnetz der Deutschen Bahn. Viele Züge auf der Nord-Süd-Strecke und der Ost-West-Verbindung halten in Kassel. 30 000 Personen sind täglich im Bahnhof unterwegs. Mittlerweile ist der 1991 eröffnete Fernbahnhof in die Jahre gekommen.

„Viel hat sich seit der Eröffnung nicht verändert“, bestätigt auch Reinhard Ahrens, stellvertretender Vorsitzender des Regionalverbands Pro Bahn Mittelhessen, der auch für den Bereich Nordhessen zuständig ist. Die Interessenvertretung der Fahrgäste Pro Bahn hat zuletzt einige Forderungen zum zukünftigen Aus- und Umbau des Bahnhofes veröffentlicht. Die wichtigsten Punkte sind: der Einbau von Rolltreppen, eine Erweiterung der Warteräume und die Überbauung der Gleise.

Rolltreppen

Pro Bahn fordert, die Treppen am Ende der Bahnsteige bei den Geschäften durch Rolltreppen zu ersetzen. Durch bauliche Veränderungen könnte eine neue zweiteilige Rolltreppenanlage installiert werden, heißt es von Pro Bahn. „Die Rampen allerdings müssen erhalten bleiben, weil sie auch gleichzeitig als Rettungswege dienen“, erklärt Reinhard Ahrens. Wenn es im Bahnhof Rolltreppen gäbe, dann würden nur noch wenige Fahrgäste die Rampen nutzen, glaubt der Experte. 

In die Jahre gekommen: Der Bahnhof Wilhelmshöhe wurde 1991 eröffnet. 

Gerade von älteren Menschen habe es zuletzt immer wieder Klagen gegeben, dass die Rampen zu beschwerlich seien. Zudem gäbe es in Wilhelmshöhe dadurch sehr lange Wege beim Umsteigen. Im Gegensatz zu Aufzügen haben Rolltreppen den Vorteil, mehr Menschen gleichzeitig transportieren zu können. Zudem gibt es in Wilhelmshöhe bereits Aufzüge. Sie liegen am südlichen Teil der Gleise zum Parkdeck hin.

Überbau der Gleise

„Palast der Winde“ wird der Bahnhof Wilhelmshöhe oft genannt, weil es dort aufgrund der Bauweise immer kalt und zugig ist. Ein Grund für den starken Durchzug ist die große Öffnung über den Gleisen 4, 5, 6 und 7. Wenn diese zumindest zum Teil geschlossen würde, wäre die Bahnhofshalle zum einen weniger zugig, zum anderen könnte man auch eine zusätzliche Fläche etwa für Parkplätze schaffen.

Reinhard Ahrens,  Pro Bahn

Gerade zu Hauptreisezeiten wie am Freitagnachmittag würde es in der Bahnhofshalle sehr eng, sagt Ahrens. Auch in den Gastronomiebereichen stünden die Reisende dann oftmals dicht an dicht. Für einen so zentralen Bahnhof mit einem so hohen Aufkommen an Reisenden nicht zeitgemäß, so Ahrens. Es sei aber durchaus auch denkbar, dass durch eine Überbauung weitere Warteräume entstehen könnten.

Warteräume

Seit Jahren gibt es Kritik von Reisenden, dass die Warteräume im Bahnhof nicht ausreichend seien. „Die beiden Glaskästen, die in der Bahnhofshalle für Wartende zur Verfügung stehen, sind eigentlich nicht der Rede wert, sondern eher eine Notlösung“, sagt Reinhard Ahrens. Auf längere Sicht gesehen müsse es auch in Kassel eine DB-Lounge geben, wie sie bereits in vielen größeren Städten vorhanden ist. Dort können Fahrgäste erster Klasse die Wartezeit überbrücken.

Wenn die Öffnung über den Gleisen geschlossen werde, dann sei an dieser Stelle auch der Bau eines größeren Warteraums denkbar. In Kassel rechtfertige sich dieser Raum vor allem durch den hohen Umsteigeverkehr.

Von der Deutschen Bahn heißt es auf Anfrage, dass man zu den Punkten und deren Verbesserung mit Pro Bahn Nordhessen im Austausch stehe. Im Bereich der Beleuchtung, wo es von Pro Bahn ebenfalls Kritik gegeben habe, habe es bereits eine Umrüstung auf LED gegeben, so eine Bahn-Sprecherin. 

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