Nach langer Zeit der Sanierung

Kasseler Bergpark: Löwenburg wird ein Schmuckstück - eine komplette Etage soll öffnen

Es wird wohnlich in der Löwenburg: Die Fenster wurden bereits erneuert, jetzt sind die Wände und der Fußboden an der Reihe. Im kommenden Jahr soll eine Etage der Burg für Besucher öffnen.
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Es wird wohnlich in der Löwenburg: Die Fenster wurden bereits erneuert, jetzt sind die Wände und der Fußboden an der Reihe. Im kommenden Jahr soll eine Etage der Burg für Besucher öffnen.

Die erste große Etappe geht auf die Zielgerade. Im kommenden Jahr soll die Löwenburg endlich zeigen, was für ein enormes touristisches Potenzial in ihr steckt.

Die Sanierung der sogenannten Bel Etage nimmt immer mehr Formen an. Auf dieser ersten Etage, die in Richtung Schloss gelegen ist, hat der Kurfürst seine Gäste empfangen. In einer Burganlage, die 1793 dazu gebaut wurde, andere zu beeindrucken.

Und die gleichzeitig ein Rückzugsort war – auch für die Mätresse des Fürsten.

„Der Kontrast könnte größer kaum sein“, sagt Micha Röhring von der Planungsabteilung der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK). Die untere Etage befindet sich quasi noch im Rohbau. Die Räume bezeichnet Röhring scherzhaft als Tuffsteinhöhlen. Räume, die nach den Beschädigungen im Krieg nichts vom früheren Glanz erahnen lassen. Auch das wird sich ändern.

Der Zugang zur Aussichtsplattform: Aus 25 Metern Höhe hat man einen tollen Blick auch zum Herkules hinauf.

Wie die neue Löwenburg nach historischem Vorbild einmal aussehen wird, kann man nach ein paar Stufen über eine Wendeltreppe nach oben bewundern. Helle, vertäfelte Wände, die demnächst noch mit wertvollen Wandteppichen versehen werden. Neue Fenster exakt nach den historischen Vorlagen, perfekt eingepasste Schwingtüren und ein Schlafzimmer mit herrlichem Blick zum Schloss.

„Wir haben hier hervorragende Handwerker, das kann man in jedem Raum auf dieser Etage sehen“, sagt Micha Röhring. Zu denen gehören die Tischler und Holzbildhauer Jörg Steinhauer und Aloysius Scholze. Beide kommen aus dem Erzgebirge und arbeiten derzeit in einem der größten Räume der Burg. Der runde Rittersaal oberhalb der Bel Etage wird einmal ein Ausstellungsraum mit Exponaten aus der Sammlung des Kurfürsten werden. Allerdings erst in der zweiten Phase des Sanierungsmarathons.

Teil der geplanten Besichtigungstour: Es geht durch die fürstlichen Gemächer.

Vom Vorzimmer über das Schreibzimmer bis zur Bibliothek, dem Schlafzimmer des Kurfürsten bis zum Damenschlafzimmer mit grüner Damastbespannung wird es bald Führungen geben.

Das gilt auch für den Aufstieg zum Hauptturm. Der ist bei weitem nicht so alt wie der Rest der Burg. Der Vorgänger wurde bei einem Bombentreffer kurz vor Kriegsende zerstört. Jetzt gibt es einen neuen Turm aus künstlichem Tuffstein – natürlich nach den historischen Vorlagen. Und mit einer Plattform, für die sich allein schon der Besuch der Löwenburg lohnt. Aus 25 Metern Höhe schweift der Blick vom Herkules über Schloss Wilhelmshöhe bis hinunter zur Wilhelmshöher Allee und der Innenstadt. Eine wahrhaft fürstliche Aussicht. (Thomas Siemon)

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