Rollator oder Kinderwagen

Kasseler Werner Hunstock (79) durfte mit Rollator nicht im Bus mitfahren

Musste wieder aussteigen: Werner Hunstock durfte mit seinem Rollator nicht im Bus mitfahren, weil nicht genügend Platz war, um den Rollator zu sichern. Foto: Fischer

Kassel. Das Kasseler Rentner Werner Hunstock ist sauer: Vor knapp zwei Wochen wollte der 79-Jährige samt Rollator mit der Buslinie 52 vom Bahnhof Wilhelmshöhe in die Kölnische Straße fahren. Er wurde aber nicht mitgenommen.

„Ich kam vom Arzt in der Stadt und wollte einige wenige Stationen weiter fahren“, berichtet Hunstock. Da der Mann mit Schwerbehindertenausweis auf seinen Rollator angewiesen ist, hat er ihn stets dabei. „In der Bucht für Rollstühle und Kinderwagen stand bereits ein Kinderwagen, mein Rollator hat aber noch daneben gepasst“, sagt der Kasseler.

Bisher nie Probleme

Das sah der Busfahrer jedoch anders. „Stellen Sie den Wagen woanders hin, sonst können sie nicht mitfahren hat der Busfahrer gesagt“, so Hunstock. „Den Rollator zusammenzuklappen hätte sich für den kurzen Weg nicht gelohnt und andere Plätze waren nicht mehr frei.“ So hat der Senior den Bus wieder verlassen müssen. Das ärgere ihn, da es bislang noch nie solche Probleme gegeben habe.

Der Hessischen Landesbahn, die für den Busverkehr auf der Strecke zuständig ist, kennt den Vorfall. „Der Busfahrer hat die Situation protokolliert, uns ist der Fall bekannt“, sagt Pressesprecherin Susanne von Weyhe auf HNA-Anfrage. „Das Ganze ist unglücklich gelaufen, allerdings tragen die Busfahrer in unseren Bussen die Verantwortung. Ihnen obliegt die Entscheidungshoheit, ob ein Transport sicher ist, oder nicht“, erklärt von Weyhe.

Je nach Bus- und Kinderwagenmodell sei mal mehr und in diesem Fall weniger Platz für einen sicheren Transport. „Wenn ein Fluchtweg versperrt wird oder der Rollator nicht ausreichend gesichert werden kann, müssen wir am Ende für die Sicherheit unserer Fahrgäste entscheiden“, bittet die Hessische Landesbahn um Verständnis.

„Für dieses Thema sensibilisieren wir unsere Fahrer fortlaufend, stellen uns aber immer hinter ihre Entscheidung.“

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