Umbau verschiebt sich weiter

Kein Platz für Menschen: Situation auf Bahnhofs-Vorplatz in Wilhelmshöhe bleibt gefährlich

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IC-Bahnhof in Wilhelmshöhe: Hier teilen sich die Fußgänger, Trams und Busse, Radfahrer, Privat-Pkw und Taxis den zum Teil unübersichtlich geordneten Verkehrsraum.  

Kassel. Ein Ende der für viele Fußgänger gefährlichen Verkehrsführung auf dem Vorplatz des Bahnhofs Wilhelmshöhe ist nicht in Sicht. Seit Jahren ist der Umbau und die Optimierung des Bahnhofvorplatzes immer wieder verschoben worden.

Zuletzt wegen der documenta 14 im vergangenen Jahr. Auch im Jahr 2018 wird es keinen Baubeginn geben, lautet jetzt die Nachricht aus dem Rathaus. Auf HNA-Anfrage erklärte Sprecher Michael Schwab: „Als Ergebnis der Erörterung der Planungen mit Hessen Mobil – in dessen Rolle als Fördermittelgeber – wurden Stadt und KVG gebeten, noch weitere Varianten zu erarbeiten und zu bewerten.“ Dieser Prozess werde laut Schwab „einige Wochen“ in Anspruch nehmen. Deshalb könne frühesten 2019 mit den Arbeiten auf dem Bahnhofsvorplatz begonnen werden.

Unterdessen werden die Beschwerden von Fußgängern, die sich auf dem großen Platz, den sie sich mit Trams, Bussen, Autos und Fahrrädern teilen müssen, immer lauter. Eine mangelhafte Verkehrsführung führt immer wieder zu Gefahrensituationen.

„Die Verkehrssituation auf dem Bahnhofsvorplatz ist grausam und für Passanten kaum noch erträglich“, schreibt uns eine Leserin. Sie pendele tagtäglich von Warburg nach Kassel, wo sie in der Nordstadt arbeite. Um zur Arbeit zu gelangen, müsse sie den Vorplatz des Bahnhofs Wilhelmshöhe überqueren. Das sei ein unübersichtliches und gefährliches Unterfangen, berichtet sie: „Die Busse rasen in einem sehr hohen Tempo heran. Man muss aufpassen, nicht überfahren zu werden, die Autofahrer – ich meine nicht Taxis – überfahren gerne die Zebrastreifen.

Durch die unübersichtliche Anordnung und Struktur der Bordsteine, Busspuren, sowie Fahrrinnen der Trams, hatte ich Ende vergangenen Jahres einen Unfall: Ich bin gestürzt und war mehrere Wochen auf einen Gips angewiesen“, teilt sie uns mit. Ihr Fazit: „Es ist katastrophal. Fußgänger und Fahrgäste haben es auf dem Vorplatz des Bahnhof Wilhelmshöhe sehr schwer.“

Auch behinderte Menschen haben in der Vergangenheit immer wieder auf Defizite bezüglich der Verkehrssicherheit und Nutzbarkeit des als Willy-Brandt-Platz benannten Areals hingewiesen. „Viele Blinde meiden den Bahnhof wie die Pest“, hatte Peter Klaus Reiland vom Kasseler Blindenbund gegenüber der HNA gesagt. Helmuth Ernst, der Vorsitzende des Kasseler Behindertenbeirats, bezeichnet die Situation für Menschen mit Beeinträchtigung im und um den Bahnhof als „katastrophal“.

Von der Bahn wurde Ernst mit der anstehenden Generalsanierung des Bahnhofs im Jahr 2021 vertröstet. Der Vorplatz, eine Liegenschaft der Stadt Kassel, so wurde ihm gesagt, sollte 2016 umgebaut werden. Er wartete vergeblich.

Der stark frequentierte Vorplatz war mit dem Bau des Bahnhofs Anfang der 1990er-Jahre entstanden. Von Anfang an gab es Kritik an der Unübersichtlichkeit des Areals.

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