Im ehemaligen Jugendheim am Mulang vermietet Meraki Work Arbeitsplätze

Neuer Coworking-Space in Kassel: Dieses Büro ist mehr Home als Office

Geschäftsführerin Viktoria Seebach (vorn) im Coworking-Space Meraki Work in der Brabanter Straße am Mulang, in dem auch Annelies Vanoppen von der Firma Studio Toutpetit arbeitet.
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Beste Adresse zum Arbeiten: Geschäftsführerin Viktoria Seebach (vorn) im Coworking-Space Meraki Work in der Brabanter Straße am Mulang, in dem auch Annelies Vanoppen von der Firma Studio Toutpetit arbeitet.

In Metropolen wie Berlin boomen Coworking-Spaces schon länger. Auch in Kassel gibt es nun ein neues Angebot - in einer stilvollen Villa am Mulang, in der früher ein Jugendheim war.

Kassel – Alain van Gils hat den perfekten Arbeitsplatz am Mulang gefunden. Der 50 Jahre alte Niederländer saß schon in vielen Büros. Nun entwickelt er mit seiner Frau Kathrin Kroenig und der Firma Intao Lernsoftware in einem neuen Coworking-Space, das sich an der Brabanter Straße gegenüber der Waldorfschule befindet. Zwischendurch geht der Hobby-Künstler in den Keller, wo er sich ein Atelier eingerichtet hat und Löwen und Kühe malt. Dieses Haus, sagt van Gils, „ist Home und kein Office“.

Früher war in der 1907 erbauten Villa ein Jugendheim der Diakonie. Im Oktober hat Viktoria Seebach hier Meraki Work eröffnet. Im Griechischen bedeutet der Begriff, etwas mit Seele, Kreativität oder Liebe zu tun. „Man soll sich hier wie zuhause fühlen“, sagt die 44 Jahre alte Architektin und langjährige Mitarbeiterin des Kasseler Drohnenabwehr-Spezialisten Dedrone.

In Metropolen wie Berlin boomen Coworking-Center schon seit Langem. In Kassel hat sich in den vergangenen Jahren vor allem die Neue Denkerei der Friedrichstraße einen Namen gemacht. Besonders junge Kreative schätzen es, kein großes Büro mehr anmieten zu müssen. Stattdessen bucht man flexibel seinen Arbeitsplatz und kann sich mit anderen austauschen. Trotz des Booms machte laut einer Studie bis vor Kurzem allerdings nur ein Viertel der deutschen Coworking-Büros Gewinn. Seebach glaubt dennoch, dass die Nachfrage in Kassel größer ist als das Angebot.

Auf drei Etagen hat sie 32 Arbeitsplätze eingerichtet, die man flexibel auch über Tagespässe buchen kann. Im Monat kostet ein Fix-Desk 395 Euro, fast 130 Euro mehr als in der Neuen Denkerei. Dafür trifft man auf dem Flur Leute, die internationale Unternehmen aufgebaut haben, wie es auf der Website heißt. Jeder Raum hat einen eigenen Sonos-Lautsprecher, damit man sich in allen Büros wie zuhause fühlt. Falls ein Internet-Anbieter ausfällt, gibt es noch ein zweites Wlan. Und in der Mittagspause kann man nebenan im Bergpark oder auf einer urigen Pippi-Langstrumpf-Veranda Kraft tanken. „Eine schönere Geschäftsadresse gibt es nicht“, versichert Seebach.

Ein dreiviertel Jahr hat sie mit ihren Geschäftspartnern das Haus renovieren lassen. Herausgekommen ist eine „Mischung aus modern und gemütlich“, wie es eine Nutzerin beschreibt, die mit ihrem Assessment-Center ausgerechnet während der Pandemie in ihrer Heimatstadt Kassel gestrandet ist. Als sie es daheim nicht mehr aushielt, setzte sie sich im Sommer in Gaststätten, um zu arbeiten. Nun schätzt sie die kreative Atmosphäre bei Meraki Work: „Hier kann man den Kopf freikriegen.“

Bislang hat Seebach ihren neuen Coworking-Space lediglich über Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt gemacht. Trotzdem haben das Büro schon viele Internet-Nutzer gesehen: Im September unterhielt sich hier der CDU-Bundestagsabgeordnete Peter Tauber für die Hertie-Stiftung mit Christoph Lübcke über den Mord an seinem Vater, dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke. Das 76-minütige Video ist auf Youtube abrufbar.

Seebach hat schon Pläne für die Zeit nach Corona: Dann könnte die Villa, in der es auch eine große Küche sowie einen Wellness-Duschbereich gibt, für private Dinner-Veranstaltungen gebucht werden. Meraki Work wäre so noch mehr Home als Office.

Kontakt: 01525/8508 203, meraki.work

Von Matthias Lohr

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