Anlage im Test

Minigolfoase in Wilhelmshöhe: Lust trifft Frust

HNA-Redakteur Maik Dessauer beim Abschlag an Bahn sieben.

Kassel. Für den vierten Teil unserer Minigolf-Serie, in der wir die Anlagen in und um Kassel testen, haben wir die „Minigolfoase“ in der Baunsbergstraße in Bad Wilhelmshöhe bespielt.

Ambiente: Vier Punkte

Ein großes Schild am Karten- und Verkaufshäuschen des Minigolfplatzes in Bad Wilhelmshöhe wirbt mit „Minigolf Oase – Flaschenbierverkauf“. Eine wesentliche Information, pragmatisch adressiert – eine Werbung, wie sie auch am Eingang einer Spielhalle der frühen 90er-Jahre zu finden sein könnte. Auch die restliche Anlage wirkt, als sei sie in der Zeit stehen geblieben. Und das ist durchaus positiv gemeint.

Zwischen leicht angewelkter Blumendeko, dem Duft gebratener Frikadellen und Verkehrsgeräuschkulisse entfaltet sich ein wohliger Retro-Charme, den man auf modernen Anlagen vergebens sucht. Die Lage direkt an der Baunsbergstraße ist sicher nicht jedermanns Sache, wer sich davon aber nicht stören lässt, kann hier bei Sonnenschein zur Mittagszeit gemütlich eine Partie Minigolf spielen. Parkplätze sind auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorhanden.

Bahnen: Zwei Punkte

Was der „Minigolfoase“ in Sachen Ambiente noch Pluspunkte einbringt, wirkt sich bei der Bewertung der Bahnen wiederum negativ aus. Denn auch auf diese trifft das Prädikat „In der Zeit stehen geblieben“ zu. Über die Jahre verwittert und wohl nie wirklich wieder in Schuss gebracht, rollt der Ball häufiger mal am Anschlag davon. Unebenheiten lassen ihn zudem auf längere Distanzen immer wieder verspringen. Präzise Bälle und das gezielte Überwinden von Hindernissen sind so kaum möglich. Wer nur zum Spaß spielt, kann über diese erschwerten Bedingungen vermutlich hinwegsehen. Wem beim Minigolf allerdings auch der Wettkampf wichtig ist, der wird sich über die „höhere Gewalt“ ärgern.

Gastronomie: Vier Punkte

Auf der beschaulichen Terrasse lässt es sich nach der Minigolfrunde entspannt sitzen. Es gibt warme und kalte Getränke. Für den Gewinner gibt es sogar die Möglichkeit, den Sieg mit Sekt zu feiern. Das ist aber natürlich auch mit dem offensiv beworbenen Flaschenbier möglich. Auf der Speisekarte stehen nordhesssiche Klassiker, wie eine Portion Ahle Wurscht und eine gemischte Tüte Schnucke. Außerdem gibt es Eis und einige warme Gerichte, wie beispielsweise Kochwurst oder Frikadellen. Wer bedient, ist auf einer Tafel zu lesen. Bei unserem Besuch wurden wir von Harald freundlich begrüßt.

Preis: Drei Punkte

Die Anlage in Bad Wilhelmshöhe ist mit 3,30 Euro pro Spieler eine der teuersten in Stadt und Landkreis. Kinder bis 14 Jahre zahlen 2,70 Euro. Mittwochs ist Familientag mit besonderen Angeboten. Mutter oder Vater und zwei Kinder zahlen mittwochs beispielsweise 7,70 Euro. Außerdem werden vergünstigte 12er-Karten für Vielspieler angeboten.

Extras: Vier Punkte

In den Sommermonaten ist von 12 bis 21 Uhr geöffnet. In den Sommerferien sogar schon ab 11 Uhr. Neben mehreren Sitzbänken zwischen den Bahnen sind in regelmäßigen Abständen auch Aschenbecher aufgestellt.

Ein nicht selbstverständliches Extra ist auch der herzliche und persönliche Umgang des Personals – in unserem Fall Harald – mit den Kunden. Neben freundlichem Service gibt er auch persönliche Tipps zu den einzelnen Bahnen. Dafür gibt es vier Punkte.

Fazit: Drei Punkte

Für den Zustand der Bahnen ist der Eintrittspreis zu hoch. Gelegentliche Hobbyspieler können der „Oase“ aber getrost einen Besuch abstatten. Wer jedoch Wert auf neue Bahnen und hochwertige Schläger und Bälle legt, dem empfehlen wir eher die Plätze am Auedamm oder in Vellmar, die wir in unserer Serie bereits vorgestellt haben. Dafür punktet die Anlage in Bad Wilhelmshöhe durch Schnucke und Ahle Wurscht, ihr uriges Ambiente und den menschlichen Umgang.

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