Strenge Vorgaben wegen des Landschaftsschutzes

Neubau für den Bergpark: Fast sieben Millionen Euro für Gartenbetriebshof der MHK

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So soll es werden: Dieser Entwurf für den geplanten Gartenbetriebshof am Parkplatz des Bergparks Wilhelmshöhe war bei einem Architektenwettbewerb ausgewählt worden.

Kassel – Die Pläne gibt es schon seit zehn Jahren, doch nun geht es endlich voran: Im Wilhelmshöher Bergpark soll für die Gärtner der Museumslandschaft Hessen-Kassel (MHK) ein neuer Gartenbetriebshof gebaut werden. 6,9 Millionen Euro will die MHK in den Neubau investieren, der am Parkplatz Tulpenallee entstehen soll.

Nach jahrelanger Abstimmung mit der Oberen Naturschutzbehörde soll es noch im Februar eine Entscheidung im Sinne des Projekts geben.

Bereits im Jahr 2012 präsentierten MHK und das Ministerium für Wissenschaft und Kunst das Ergebnis eines Architektenwettbewerbs für das geplante Gebäude. Die Jury hatte sich für den Entwurf des Büros Anderhalten aus Berlin entschieden. Schon damals spekulierten Land und MHK auf den Welterbetitel und entschieden sich deshalb, nicht bloß einen schlichten Zweckbau für die Gärtner zu realisieren.

Als dann 2013 die Unesco den Bergpark als Weltkulturerbe auszeichnete, kamen die Pläne für den Gartenbetriebshof aber durcheinander. Um dem Besucheransturm gerecht zu werden, sollte nun zunächst der Parkplatz Tulpenallee umgebaut werden. Das Projekt hatte Vorrang, so eine Sprecherin der MHK. Nachdem der Parkplatz im Umbau war, gab es weitere Hürden. Denn für den geplanten Neubau des Betriebshofes im Landschaftsschutzgebiet war eine entsprechende Genehmigung durch die Obere Naturschutzbehörde beim Regierungspräsidium Kassel (RP) nötig. Seit mindestens drei Jahren läuft nun die Abstimmung zwischen MHK und dem RP.

„Es handelt sich beim Bergpark um einen sehr sensiblen Bereich und ein kompliziertes Verfahren“, erläutert ein RP-Sprecher. Nachdem es zunächst große Differenzen gegeben habe, sei inzwischen die Lösung für das Neubauprojekt in Sicht. „Ende Februar soll es den Bescheid geben“, so der RP-Sprecher.

Wenn die Naturschützer grünes Licht geben, will die MHK Bauantrag stellen. Man halte weiter an dem Entwurf von Anderhalten Architekten fest, sagt eine Sprecherin. Als Ausgleich für den Neubau soll der oberhalb gelegene Parkplatz (Brandt-Stoph) in eine Streuobstwiese umgewidmet werden. Wann mit den Arbeiten begonnen werden könne, hänge von den Genehmigungen ab.

Über all die Jahre wurde das Bauprojekt – auch vor dem Hintergrund der Baupreissteigerungen – teurer. War die MHK anfangs von 4,9 Millionen Euro ausgegangen, wird aktuell mit 6,9 Millionen Euro kalkuliert.

Der Bau des Betriebshofes hat nicht nur für die Gärtner eine Bedeutung, die bislang noch im Marstall und der Reithalle im Bergpark ihre Geräte und den Fuhrpark untergestellt haben. Sobald diese historischen Gebäude frei werden, sollen diese saniert und auch für öffentliche Zwecke genutzt werden.

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