Platz im Justizzentrum an der Goethestraße reicht nicht

In Kassel ziehen mehrere Gerichte um: Neues Zentrum entsteht an der Heerstraße

+
Der Neubau: Dieses Gebäude wird dort gebaut, wo früher die Kantine des Bundesarbeitsgerichts stand.

Kassel. Auf dem Gelände des ehemaligen Bundesarbeitsgerichts an der Heerstraße ensteht eine Neubau für drei Kammern des Kasseler Verwaltungsgerichts.

Das neue Justizzentrum an der Goethestraße ist noch nicht eröffnet und jetzt steht schon fest, dass nicht alle Richter und Justizangestellten hier Platz finden. Ursprünglich war geplant, dass dort der Hessische Verwaltungsgerichtshof (VGH), das Kasseler Verwaltungsgericht (VG) sowie das Sozialgericht Kassel einziehen.

Da aufgrund des Flüchtlingsstroms die Zahl der Asylverfahren gestiegen ist, hat das Land Hessen weitere Richter am VG Kassel eingestellt. Und die brauchen Platz. Da die Fläche in dem ehemaligen Finanzamt in der Goethestraße nicht ausreiche, habe man sich entschlossen, in einen Neubau auszuweichen, der derzeit an der Heerstraße entsteht, so Justizministerium Eva Kühne-Hörmann.

Auf der Baustelle an der Heerstraße: (von links) Justizministerin Eva Kühne-Hörmann, Uwe Steinberg, neuer Vizepräsident des VGH, und Investor Jochen Hohmann schauen sich die Pläne für den Neubau an. Im Hintergrund ist das Arbeitsgericht (ehemals Bundesarbeitsgericht) zu sehen. 

In das Gebäude des ehemaligen Bundesarbeitsgerichts (neben dem Bundessozialgericht) ist bereits im Dezember 2016 das Arbeitsgericht umgezogen. Zudem befinden sich dort die IT-Stelle der hessischen Justiz und das Archiv des VGH.

Für das neue Gebäude, in dem drei Kammern des VG und zwei neue Gerichtssäle untergebracht werden sollen, ist die ehemalige Kantine des Gerichts abgerissen worden. Diese stand seit Jahren leer.

Bauherr ist der Architekt Jochen Hohmann aus Künzell bei Fulda. Der Projektentwickler und Investor hat vor Jahren das ehemalige Bundesgericht von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft, für 6,5 Mio. Euro saniert und einen Mietvertrag über 15 Jahre mit dem Land Hessen abgeschlossen. Die Miete beträgt laut Justizministerium 500 000 Euro im Jahr.

Die Miete für den Neubau, der eine Bürofläche von über 2000 Quadratmeter auf vier Etagen hat, beläuft sich laut Kühne-Hörmann auf 400 000 Euro. Hohmann investiert in den Neubau, zu dem auch eine Tiefgarage mit 44 Stellplätzen gehört, 6,5 Mio. Euro.

Für die hessische Justiz sei dieses neue kleine Justizzentrum, das gegenüber dem Bahnhof Wilhelmshöhe entsteht, die beste Lösung, so die Ministerin. Der vorhandene Eingang mit der Sicherheitsschleuse, der für das Arbeitsgericht gebaut worden ist, werde auch für den Neubau mitgenutzt.

Neben den drei Kammern des VG mit 21 Mitarbeitern soll in den Neubau zudem die Verwaltungseinheit der Justizvollzugsanstalt Kassel I mit 50 Mitarbeitern untergebracht werden. Man habe schon längere Zeit geplant, neue Räume für diese Verwaltungseinheit des Gefängnisses in Wehlheiden zu finden, das ab dem kommenden Jahr auch saniert werden soll, so die Ministerin.

Wenn alles nach Plan läuft, soll der Neubau in Bad Wilhelmshöhe Ende 2019 fertig sein. Das neue Fachjustizzentrum an der Goethestraße soll seinen Betrieb noch Ende dieses Jahres aufnehmen, sagt Uwe Steinberg, neuer Vizepräsident des VGH.

Die drei Kammern des VG, die dort keinen Platz haben, sollen bis Ende 2019 dann in den bald leeren Räumen des bisherigen VGH am Brüder-Grimm-Platz untergebracht werden. Bis der Neubau an der Heerstraße fertig ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.