Bad Wilhelmshöhe

Mehr Platz zum Beten und Spielen: Freie evangelische Gemeinde baut neuen Saal

Baustelle: Der alte Gemeindesaal ist bereits abgerissen, auf das alte Fundament und den Keller wird im nächsten Schritt der Neubau aufgesetzt.
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Baustelle: Der alte Gemeindesaal ist bereits abgerissen, auf das alte Fundament und den Keller wird im nächsten Schritt der Neubau aufgesetzt.

Die Freie evangelische Gemeinde in Bad Wilhelmshöhe saniert und erweitert ihre Räume an der Kurhausstraße. Jetzt sind die Bagger angerückt.

Bad Wilhelmshöhe – Um die Freie evangelische Gemeinde (FeG) in Bad Wilhelmshöhe war es zuletzt ruhig geworden. Seit nunmehr drei Jahren steht das Gemeindehaus an der Kurhausstraße leer, nachdem die Mitglieder es in Eigenarbeit entkernt hatten. Das denkmalgeschützte Gebäude soll aufwendig saniert und umgebaut werden und einen neuen Anbau bekommen. Weil die Baupläne aber, als bereits alles vorbereitet war, kurzfristig überarbeitet werden mussten, verzögerte sich das Vorhaben.

Doch nun tut sich etwas, und die Bagger sind angerückt.

Der alte Gemeindesaal, der Mitte der 1970er-Jahre erbaut wurde, ist bereits abgerissen. An seiner Stelle soll ein Neubau entstehen, der deutlich mehr Platz bietet. Die bisherigen Räumlichkeiten seien für die Gemeinde mit aktuell 210 Mitgliedern plus deren Kinder im Lauf der Jahre zu klein geworden, sagt Pastor Stephan Richter. Auch der Winterspielplatz, den die Gemeinde immer in der kalten Jahreszeit anbot, gelangte räumlich an seine Grenzen. Das Angebot lockt seit Jahren über Stadtteil- und Glaubensgrenzen hinaus Familien an.

Dort, wo jetzt eine Lücke hinter dem historischen Altbau klafft, soll ein rund 600 Quadratmeter großer, moderner Anbau in Holzbauweise entstehen. In dessen Rückwand werden schmale Fensterbahnen ein großes transparentes Kreuz bilden. Vom Haupteingang, der künftig direkt von der Kurhausstraße über die sogenannte Villa erfolgt, soll man direkt darauf zusteuern.

Auch der Altbau, der Ende des 19. Jahrhunderts errichtet wurde und seit 1965 im Besitz der frei-christlichen Gemeinde ist, wird im Innern umgebaut und grunderneuert. Unter anderem wird es eine größere Küche und einen Fahrstuhl geben, um auch für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Rollator oder Kinderwagen zugänglich zu sein. Auch der Brandschutz wird an aktuelle Anforderungen angepasst.

Alle Neuerungen verstehe man auch als Investition in die Gastfreundschaft, betonen Pastor Richter und sein Kollege Jürgen Müller. „Wir wollen, dass Menschen sich willkommen fühlen.“ Dazu solle auch eine offene, weniger kleinteilig-verwinkelte Gestaltung beitragen als in den alten Räumlichkeiten, die noch den Geist der 70er-Jahre atmeten. Im Gemeindesaal wird es auf der Empore einen Kleinkinderraum geben, von dem aus Familien mit Babys den Gottesdienst stressfrei verfolgen können. Außerdem werden es Übersetzungskabinen eingerichtet, um Migranten die Teilhabe zu ermöglichen.

Mehr drei Millionen Euro sind für das Bauvorhaben kalkuliert. Die Kosten stemmt die Gemeinde, die sich nicht aus Kirchensteuern finanziert, aus Eigenmitteln – sprich: aus Spenden der Mitglieder.

Ziel sei, den Rohbau für den neuen Gemeindesaal Ende dieses Jahres fertigzustellen, so Richter. Für Herbst 2022 sei der Wiedereinzug am gewohnten Standort geplant. Bis dahin hat die FeG Unterschlupf bei der Adventsgemeinde an der Schönfelder Straße gefunden. (Katja Rudolph)

Alt und Neu: So soll der Anbau aussehen.

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