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Bilanz der Wilhelmshöhe Open: „Noch nie so viele Karten verkauft“

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Von: Maximilian Bülau

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Michael Vrbensky.
Er gewann die Wilhelmshöhe Open 2022: der Tscheche Michael Vrbensky. © Dieter Schachtschneider

Nur zu Beginn sorgte der Regen für leichte Verzögerungen, ab Dienstag zeigte sich das Wetter – wieder einmal – von seiner besten Seite, wenn die Tennisspieler in Kassel zu Gast sind. Eine Woche Wilhelmshöhe Open auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe sind vorbei.

Kassel – Nach zwei Jahren Coronapause holte sich der Tscheche Michael Vrbensky den Titel im Einzel, Tim Sandkaulen und Constantin Frantzen siegten als Doppel. Die Veranstalter des höchstdotierten ITF-Turniers in Deutschland ziehen Bilanz – eine positive.

Das Zeugnis

„Das Niveau war herausragend, es steigert sich von Jahr zu Jahr“, sagt Turnierkoordinator Michael Küppers. „Es gab schon Ausgaben, da hat die Qualität hintenraus, ab dem Viertelfinale, abgenommen, weil die Spieler ausgepumpt waren. In diesem Jahr war schon die Qualifikation hochklassig“, findet er. Schön sei auch der Gegensatz im Finale gewesen: mit Vrbensky ein junger Spieler (22), mit Sebastian Fanselow ein routinierter (30). „Genau das wollen wir ja sein: Sprungbrett für die Jugend, die sich in den kommenden Jahren steigert. Aber auch so attraktiv, dass Spieler immer wieder kommen – so wie Sebastian“, sagt Küppers. Für Fanselow war es die vierte Teilnahme in Kassel.

Ein Beweis für die Qualität der Spieler: Mit Max Hans Rehberg schied ein junger deutscher Akteur im Viertelfinale gegen den späteren Sieger aus, der gestern beim ATP-Turnier in Hamburg mit einer Wildcard an den Start ging. Auch Rudi Molleker bekam für Hamburg eine Wildcard für die Qualifikation, war in Kassel im Viertelfinale an Fanselow gescheitert, in Hamburg nun auch. Allerdings sorgte Molleker mit seinem Start in Norddeutschland auch für ein wenig Stirnrunzeln. Es gibt häufiger die Vermutung, dass Spieler ein Ausscheiden in Kauf nehmen, um bei höher dotierten Turnieren an den Start gehen zu können. Für Molleker hat es sich so oder so nicht ausgezahlt.

Die Zahlen

Eine abschließende Zuschauerzahl für die Woche konnte Küppers gestern noch nicht nennen. Er sagte aber: „Wir haben noch nie so viele Karten verkauft.“ Bei der letzten Ausgabe 2019 seien rund 5000 Zuschauer an den sieben Tagen an die Prinzenplätze am Fuß des Bergparks gekommen. „Wir sind super zufrieden mit der Zuschauerresonanz“, so Küppers. Mit dem Skispringen in Willingen und dem Reitturnier in Spangenberg sieht er die Wilhelmshöhe Open als eine der Top-3-Veranstaltungen der Region, was die sportliche Qualität angehe. Auch Oberbürgermeister Christian Geselle sagte nach dem Finale am Sonntag auf der Anlage des KTC Bad Wilhelmshöhe, das Turnier sei ein herausragendes Sportereignis für die Stadt Kassel.

Die Zukunft

Es soll weitergehen – das ist keine Frage. „Klar, wenn nicht wieder eine große Coronawelle kommt, hat uns diese Woche bestätigt, dass es auch eine Wilhelmshöhe Open 2023 geben sollte“, sagt Küppers. Von den Sponsoren habe es positive Signale gegeben. Bei all der positiven Bilanz sagt der Turnierkoordinator aber auch: „Wir wollen uns dennoch weiterentwickeln, können Details immer noch besser machen.“

Oder sogar von der Turnierkategorie wachsen? Also aus einem ITF-Turnier ein Challenger-Turnier machen? Diese Überlegung gab es schon einmal, wurde aber verworfen. Kommt durch den neuen, jungen Vorstand nun neue Bewegung rein?

„Man soll niemals nie sagen, aber momentan ist das kein Thema“, sagt Küppers. Die Begründung: Derzeit veranstalte man eines der besten ITF-Turniere in Deutschland. Würde man eine Stufe höher gehen auf das Challenger-Niveau, steige nicht nur das Preisgeld, es stiegen auch die Anforderungen. Am wichtigsten aber: Spieler kämen heute, weil sie Bock auf Kassel hätten, sich entwickeln wollten – und das solle auch so bleiben. (Maximilian Bülau)

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